Rechenschaftsbericht für das Jahr 2018 PDF Drukuj Email

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Rechenschaftsbericht des Deutsch-Polnischen Vereins

"Educatio Pro Europa Viadrina" für das Jahr 2018

Mitglieder unseres Vereins besuchten am 27.01.2018 in Frankfurt/Oder die Aufführung des Films „Wir sind Juden aus Wrocław”. Das war ein sehr interessanter Film, der über das Leben der Juden in deutscher, englischer und kurz auch in polnischer Sprache berichtete. Der Regisseur sagte uns im Gespräch nach der Vorführung, dass auch eine polnische Version in Vorbereitung ist. Wir sind der Meinung, dass dieser Film es wert wäre, in Witnica gezeigt zu werden. Daher tauschten wir mit dem Regisseur Visitenkarten und baten um Information, wenn der Film in der Lebuser Wojewodschaft gezeigt werden würde..

Vertreter unseres Vereins nahmen am 30.01.2018 an der Eröffnung des Arbeitszimmers von Christa Wolff in der Gorzower Bibliothek teil, das deren Familie der Bibliothek geschenkt hat. Zur Eröffnung waren sehr viele Gäste erschienen, aus Deutschland und aus Polen.

Anfang Februar war endlich die deutsche Version des Faltblattes "Auf den Spuren der jüdischen Kultur im Vorkriegs-Vietz" gedruckt. Diese deutsche Fassung ist eine Übersetzung des polnischen Textes von Dr. Catherine Griefenow-Mewis, die mit Hilfe der Hinweise von Petra Löber und Wolfgang Stammwitz überarbeitet wurde, denen wir dafür herzlich danken möchten.

Am 24.02.2018 fand die Jahreshauptversammlung unseres Vereins statt, auf der ein neuer Vorstand gewählt wurde.

Vom 11 – 12.05.2019 nahmen Vertreter unseres Vereins an der Israelischen Nacht der Museen im Museum in Międzyrzecz (Meseritz) teil.

Der Direktor des Alfa Kowalskimuseums, Andrzej Kirmiel, begrüßte die anwesenden Gäste. Am Abend dominierten ohne Zweifel die bezaubernden und begabten Solistinnen, Alekasandra Idkowska aus Poznań und Maria Lewandowska aus Konin. Junge Sängerinnen, Preisträgerinnen des Gesamtpolnischen Wettbewerbs jüdischer Lieder präsentierten im Rahmen ihres Konzerts interessante Interpretationen israelischer und jüdischer Lieder.

Nach dem Konzert wurde die Ausstellung „Israel gestern und heute” eröffnet, ansschließend gab es einen Vortrag „Der israelische Unabhängigkeitskrieg von 1948-1949”.

Der Abend endete mit der Vorführung einer israelischen Filmproduktion mit dem Titel „Das Orchester reist an” vom Jahre 2007.

Der nächste Tag der Nacht der Museen begann mit Erinnerungen an die Familie unter dem Titel „Gerecht unter den Völkern der Welt”, die Helena Nycz aus Nietoperka mit uns teilte.

Um 1300 begann ein Vortrag, in dem Irena Kirmiel den Interessenten Geheimnisse der israelischen und nahöstlichen Küche nahebrachte. Der Vortrag war mit einer kulinarischen Werkstatt und der Verkostung von Speisen verbunden.

Aleksander Stawnicki von der Lubuskier Jüdischen Stiftung aus Zielona Góra erläuterte den Gästen „Warum Israel für uns wichtig ist" mit Interpretationen auf der Grundlage der Bibel”.

Janusz Makuch, der Direktor des Festiwals der Jüdischen Kultur in Krakau, moderierte eine Werkstatt der Zubereitung von Kaffee im Findżan; über Kaffeearomen, Kardamon, Zimt und Nelken und erzählte auch darüber, was das Wichtigste im Leben des Begründers des Festivals der Jüdischen Kultur ist

Ein weiterer Punkt im Programm war der Vortrag von Maria Marciniak zum Thema „Die polnischen Juden – die inspirierende Geschichte von erfolgreichen Leuten”.

Am Abend hatten wir die Möglichkeit, jüdische Lieder in einer Darbietung des Chores „Jarzębinki” zu hörren. Die Eingangsworte vor dem Konzert sprach Alicja Skowrońska, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Żary.

Die Nacht der Museen 2018 endete mit einem Filmblock, in dessen Rahmen drei Filme gezeigt wurden: „Anmerkung” (2011), „Am Ende der Welt” (2004) und „Null Motivation” (2014).

23.06.2018 r. - Spaziergang auf den Spuren von Christa Wolff, beginnend mit der Besichtigung ihres Arbeitszimmers in der Gorzower Bibliothek. Dort sahen wir einen Film, der dem Leben und Schaffen einer der bedeutendsten deutschen Autorinnen gewidmet war, die mit dem Vorkriegslandsberg verbunden war. Danach sahen wir andere Räume der Bibliothek an, z.B. das Zimmer, das dem Werk von Bronisława Weiss (Papusza) gewidmet war. Dann begaben wir uns zur Skulptur der Nelly auf der Bank von M. Bajsarowicz, zum Gebäude der Ökonomischen Schulen in der Straße des 30. Januars und zum Haus IV LO, wo sich früher die Schulen befamnden, die Christa Wolff besucht hat. Wir beendeten den Ausflug mit einem Mittagessen im Restaurant „Zwischen den Versen”.

Vom 24. – 26.08.2018 führte der Deutsch-Polnische Verein Educatio Pro Europa Viadrina das XXI. Deutsch-Polnische Touristentreffen als Fahrrad/Autoausflug in und um Namyślin durch. Trasse: Namyślin-Reczyce-Gudzisz-Chwaraszczany-Dargomyśl-Cychry-Krześnica-Sarbinowo - Namyślin /Länge der Trasse: 36 km/.

Traditionell verbrachten wir im Kreis der Freunde ein sympathisches Wochenende. Am 1. Tag stellte Roman Skudynowski nach dem Abendessen das Programm des Ausflugs am folgenden Tag vor. Am Sonnabend begaben wir uns um 9.00 Uhr auf die Strecke. Das erste Objekt, das wir besichtigten, war das Wasserkraftwerk am Fluss Myśli. Der Fluss mit einer Länge von etwa 96 km besitzt 6 Kraftwerke. Auf dem Wege befanden sich Objekte in Namyślin, Reczyce, Gudzisz, Chwaraszczany und Dargomyśl. Weitere Besichtigungsorte waren die Objekte der Templer in Chwaraszczany. Wir waren Teilnehmer der Westpommerschen Tage des Erbes im Rahmen der Europäischen Tage des Erbes. Wir hatten Gelegenheit, den sehr interessanten Vortrag von Dr. Przemysław Kołosowski über das Wirken der Templer der Quartschener Komturei zu hören, Danach bot das Ensemble Liaman mittelalterliche Lieder dar. Ein weiterer Punkt unseres Ausflugs war das Wasserkraftwerk in Dargomyśl. An Attraktionen fehlte es nicht, denn am nächsten Haltepunkt wurde die Inszenierung der Schlacht bei Sarbinowo aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges zum 260. Mal aufgeführt. An der Vorführung nahmen Personen teil, die Polęn, Deutsche und Tschechen darstellten. Das Ende dieses Treffens bildete ein Lagerfeuer. Musik, Tanzen und Feiern, und man denkt nicht daran, dass man Abschied nehmen muss, aber wir sagten "Auf Wiedersehen in einem Jahr".

26.08.2018 - Treffen beim Kaffee in Dąbroszyn Jutta von der Lanckens Geburtstag und der 20. Jahrestag der Gründung unseres Vereins. Im schönen, romantischen Garten des Ehepaars Malczewski trafen sich ca. 30 Personen – Mitglieder und Freunde unseres Vereins. Traditionell begannen wird mit den Glückwünschen für die Jubilarin, erinnerte n uns an die ersten Jahre des Wirkens von „Educatio” und seine Iniciatoren. Im zweiten Teil des Treffens – begaben wir uns auf einen Spaziergang zur restaurirten Kirche und zum Oberen Park – zum Cecilientempel. Sowohl der wunderschöne, sommerliche Nachmittag, als auch die von einem jungen, passionierten Koch - Maciej Pisarek - bereiteten Speisen sowie die ungewöhnliche Gastfreundschaft von Joanna und Jacek Malczewski bewirken, dass wir schon jetzt mit Ungeduld auf das nächste Treffen in Dabroszynie warten.

Am 01.09.2018 organisierten wir einen Ausflug nach Seelow. Um 10.00 Uhr trafen wir uns mit dem Bürgermeister von Seelow, Jörg Schröder, im Gebäude der "Alten Dampfbäckerei" zu einer sehr interessąnten Diskussion über die Zusammenarbeit zwischen Selbstverwaltung und den Vereinen der Stadt. Die Vertreter des Vereins, der die Dampfbäckerei führt, nahmen als erste das Wort, und danach berichteten die Mitglieder des Vereins "Tourist-Information " über ihre Erfahrungen. Der nächste Punkt war die Besichtigung der Kirche in Seelow, durch die uns Frau Pastorin führte. Sie erzählte auch über die soziale, kulturelle und sportliche Arbeit der evangelischen Pfarrgemeinde. Im Restaurant "Im Speicher" in Friedersdorf aßen wir unser Mittagessen. Danach waren wir im Stadion beim Klub "Viktoria" und dann besichtigten wir den Info-Punkt in Seelow, den der Verein " Tourist-Information" führt. Wir beendeten das Treffen beim Kaffee in der "Alten Dampfbäckerei".

Am 08.09.2018 - organisierte der Deutsch-Polnische Verein Pro Europa Viadrina die TOUR-DE MOZ – einen Fahrradausflug nach Pniewo, zum Oder-Warthe-Festungsbogenauf der Trasse: Pniewo-Wysoka-Boryszyn-Staropole-Nowy Dworek-Jordanowo- Kaława. Die Länge der Trasse betrug. 23 km.

Dieses Mal besuchten wir im Rahmen der Tour-de MOZ den Meseritzer Bereich der Festungsanlagen. Pniewo war der Ort der Begegnung der Fahrradtouristen aus Deutschland und Polen. 74 Teilnehmer des Ausflugs besichtigten das Museum und die Bunker, durch die ein Führer uns leitete. Die unterirdischen Bunker machten auf die Teilnehmer des Ausflugs einen großen Eindruck. Ein weitere Abschnitt des Ausflugs waren die Überbleibsel von Bunkern in Staropole. Roman Skudynowski erzählte dort von dem Objekt und sagte, dass die Bunker von Fledermäusen als Winterlager genutzt wurden.

Als nächstes fuhren wir zum Zentrum Suchtabhängiger SPZOZ „Neuer Hof”, das am 01.09.1986 in Neuhof geschaffen wurde. Das Zentrum befindet sich in einem von Hoffarth im Jahre 1831 erbauten und Ende des XIX. Jahrhunderts umgebauten Gutshaus.

Gościkowo – Paradyż ist ein barocker Gebäudekomplex, der früher ein Kloster der Zisterzienser gewesen ist. Mit der Kirche der Himmelfahrt der Heiligen Maria verfügt er über eine reiche Geschichte und ist ein wertvolles architektonisches Objekt, eine wahre Perle des Lebuser Landes. Gegenwärtig befindet sich darin das Priesterseminar der Zielonogórer/Gorzower Diözese.

In Kaława füllten wir im Restaurant die auf der Trasse verbrauchten Kalorien auf, das Mittagessen war sehr schmackhaft.

Zu unserem Ausgangsort Pniewo hatten wir noch 2 km, und auf diese Weise beendeten wir unsere Begegnung. Sie war sehr interessant. In einem Jahr treffen wir uns wieder, um ein weiteres Objekt des Lebuser Landes kennenzulernen.

12.10.2018 - Der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark organisierte ein Benefizkonzert in Berlin zugunsten der Renovierung des Denkmals der Victorii in Dąbroszyn. Das Männerquartett „4 Times Baroque” spielte im Schloss Charlottenburg Barockmusik, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurde. Während der Veranstaltung wurden 1600 EURO für die Renovierung des Denkmals der Victoria eingenommen.

27.10.2018 - Beteiligung am Konzert unter dem Patronat vom Marschałl der Lebuser Wojewodschaft, Elżbieta Polak, aus Anlass des 100. Jahrestages der Erlangung der Unabhängigkeit durch Polen in der Kirche der Witnicer Kirche.

Im Rahmen der V. Witnicer Tage der Jüdischen Kultur nahmen wir am 9. November 2018 am 80. Jahrestag der Kristallnacht an der Eröffnung der Ausstellung "Z biegiem rzeki. Dzieje Żydów nad Odrą. Im Fluss der Zeit. Jüdisches Leben an der Oder" in der Gorzower Bibliothek teil.

Die Ausstellung war dem gewählten Aspekt der Geschichte der Juden beiderseits der Oder gewidmet. Sie motivierte zur Reflexion und zum Dialog zwischen ehemaligen und jetzigen Bewohnern der Region und zur Aufdeckung des polnisch-deutsch-jüdischen kulturellen Erbes dieses Landstrichs.

Wie die Kuratorinnen der Ausstellung, Dr. Magdalena Gebala vom Deutschen Forum der Kultur Mittel- und Osteuropas in Potsdam und Dr. Magdalena Abraham-Diefenbach feststellten, haben sich mit der Geschichte und dem Los der jüdischen Bevölkerung dieses an der Oder gelegenen Grenzgebiets bisher weder deutsche, noch polnische Forscher beschäftigt.

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannte die Landsberer Synagoga, und den Anblick dieses Feuers hat Christa Wolff in ihrem Roman verewigt. Fragmente aus Kindheitsmuster”, in denen Nelly auf die ersten Ruinen der Stadt schaut, las während der Vernissage die Schauspielerin am Gorzower Theater Karolina Miłkowska-Prorok, begleitet von Geigenspiel, das ein Lehrer einer der Gorzower Musikschulen, einmal zusammen mit einer minderjährigen Schülerin darbot.

Während des Abends in der Bibliothek konnten wir auch den Vortrag von Robert Piotrowski, einem Gorzower Regionalhistoriker, zum Thema „Die Juden in Landsberg (Gorzów). Bilder der Geschichte vom unbekannten Anfang bis zum tragischen Ende” anhören. Piotrowski stellte Personen, Objekte, Orte vor, die mit der Geschichte der Landsberger Juden bis zu den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verbunden waren, geschätzte Bürger der Stadt, die in das Gemeinwesen der Stadt voll integriert waren.

Die Ausstellung ist von der Öffentlichen Wojewodschafts- und Stadtbiliothek Z. Herbert und vom Deutschen Forum der Kultur Mittel- und Osteuropas in Potsdam organisiert worden und konnte bis zum 15. Februar 2019 in der Eingangshalle der Bibliothek betrachtet werden.

Unser Verein beendete den Abend mit einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Zwischen den Versen”, bei dem Gerichte der jüdischen Küche serviert wurden.

29.12.2018 - Vorstellung des Buches „Witnica. Andrzej Zabłocki – tak się przedstawiał” „Witnica. Andrzej Zabłocki –so hat er sich vorgestellt” im Hotel „Witnica”.

Das Treffen eröffnete der Vereinsvorsitzende Roman Skudynowski, der den Gästen den Helden des Buches, das vorgestellt werden sollte, des früheren Bürgermeisters der Stadt und Gemeinde Witnica, Andrzej Zabłocki, nahebrachte. Im Anschluss erzählte Grażyna Aloksa über das vom Verein realisierte Projekt, in dessen Ergebnis das Buch „Witnica. Andrzej Zabłocki – tak się przedstawiał” entstanden ist.

Hauptpunkt der Begegnung war die Präsentation des Buches, die Mirosława Jach übernahm. Sie las daraus Fragmente von Artikełn, abwechselnd mit gezeigten Fotos und dem Duett „Das Leben hat viele Farben”, dargeboten von Aleksandra Jach und Łukasz Staniczek. Danach dankte das Redaktionskollegium den Autoren der Artikel und übergab ihnen je ein Exemplar des Buches. Im Hintergrund wurden Fotos der Tochter von Andrzej Zabłocki, Aleksandra, gezeigt sowie Bilder aus dem Familienarchiv.

Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Mittagessen und Gesprächen beim Kaffee.

Im vergangenen Jahr realisierte unser Verein das Projekt „Bedeutende Persönlichkeiten der Euroregionu Pro Europa Viadrina – Andrzej Zabłocki” aus dem Programm INTERREG VA. (IV-XII 2018).

Der Verein Tourist-Information "Oderbruch und Lebuser Land" in Seelow war unser Projektpartner. Während der Diskussion über die Grundsätze des Projektes gelangten wir zu der Schlussfolgerung, dass das Merkmal, das beide Orte - Seelow und Witnica (während der 24jährigen Amtszeit von Andrzej Zabłocki) charakterisiert, in der guten, stetigen Zusammenarbeit zwischen Selbstverwaltung und Nichtregierungsorganisationen besteht. Die Nutzung der Kenntnisse und des Engagements der Mitgliedern von Vereinen und der Erfahrungen und des Potenzials der Institutionen der Selbstverwaltung bewirken, dass die ergriffenen Initiativen einen einzigartigen Charakter haben und dem Ort Ausnahmecharakter verleihen, gleichzeitig aber auch ein Gefühl der Identität sowie der gemeinsamen Verantwortung für das Schicksal des eigenen Ortes aufbauen .

Wie groß das Potenzial in den örtlichen Gemeinschaften ist, haben wir am Beispiel von Seelow gezeigt. Organisiert wurde ein Studienausflug nach Seelow – auf den Spuren besonderer gemeinsamer Aktivitäten von NGO-s und örtlicher Selbstverwaltung.

Der Besuch begann mit einem Treffen mit dem Bürgermeister von Seelow, Jörg Schröder, in der Dampfbäckerei (dem Sitz eines Vereins von Laienkünstlern), anschließend lernten wir die soziale, kulturelle und sportliche Arbeit der evangelischen Gemeinde kennen, besichtigten den Sitz eines Sportvereins und den touristischen Informationspunkt, der ebenfalls durch einen Verein geführt wird. Der Ausflug wurde im September organisiert.

Die zweite wichtige Aufgabe des Projektes war die Herausgabe eines Buches unter dem Arbeitstitel: „Andrzej Zabłocki – ein Mensch über den Grenzen”, das eine Sammlung von ca. 20 Erzählungen von Polen und Deutschen über den Anteil von Andrzej Zabłocki an ihrer Haltung und +über seine Rolle bei der Schaffung eines modernen Witnica enthalten sollte. Zum Schluss trug die Publikation den Titel „Witnica. Andrzej Zabłocki” – tak się przedstawiał” ("Witnica. Andrzej Zabłocki" – so stellte er sich vor), zu der von 51 Autoren Beiträge geschrieben worden waren und die knapp 200 Seiten umfasst. Es wurden 400 Exemplare herausgegeben. Die Buchvorstellung fand am 29.12.2018 im Restaurant des Hotels Witnica vor 120 Personen statt.

Mit unserem Projekt wollten wir den Bewohnern unserer Euroregion bewusst machen, wie wichtig solche Menschen wie Andrzej Zabłocki sind, die die gegenwärtige Welt prägen. Wir wollten auch andere Organisationen ermutigen, in ihrem Umfeld nach ähnlichen bedeutenden Persönlichkeiten zu suchen, um durch ihrem Leben gewidmete Veröffentlichungen eine Tradition der Ehrung hervorragender Persönlichkeiten aufzubauen.

Das Projekt wurde durch die Euroregion mit einer Quote von 9.255,75 Euro angenommen, und in Höhe von 9.198,65 Euro realisiert (davon Eigenmittel in Höhe von 919,86 Euro, aber bei Realisierung des Projektes beträgt die Rückzahlung 7818,86 + 459,93 aus dem Staatshaushalt, d.h. zusammen werden nach Abrechnung des Projektes 8.278,79 Euro auf das Vereinskonto fließen. Gegenwärtig läuft die Abrechnung des Projektes.

 
Rechenschaftsbericht über das Jahr 2016 PDF Drukuj Email

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Deutsch-Polnischer Verein „Educatio“ Pro Europa Viadrina

Geschäfts- und Tätigkeitsbericht des Vereins für 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit den folgenden Worten hatte Andrzej Zabłocki unsere Jahresversammlung vor einem Jahr eingeleitet:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

lassen Sie uns einen kleinen Moment inne halten und zurückdenken… wie schnell die Zeit vergeht. Ein Jahr ist vergangen seit unserer letzten Jahresversammlung, und ganze 18 seit der Gründung unseres Deutsch-Polnischen Vereins. Seit heute sind wir volljährig geworden – und das verpflichtet! Die Zeit verrinnt, viele Dinge geschehen um uns herum, auf die wir keinen Einfluss haben. Heute aber konzentrieren wir uns auf jene Dinge, die wir selbst schaffen, und erklären, dass eben auch die kleinen, realen, unsere Angelegenheiten Einfluss nehmen auf die großen. So stellt Ihnen der Vorstand unseres Vereins heute die Bilanz unserer gemeinsamen Leistungen vor.

Das Jahr war nicht leicht, treue, gute und kluge Mitglieder haben uns verlassen. Wir treffen uns heute im Hotel „Witnica“, und nicht wie immer in der Gelben Villa, da uns die Stadtverwaltung nicht mehr wohlgesonnen gegenübersteht. Wir wussten uns jedoch natürlich schon immer zu helfen, aber es bleibt freilich ein gewisser Nachgeschmack, weil Villa und das Schloss in Dąbroszyn Symbole und Anker unseres Vereins waren, sind und hoffentlich auch bleiben werden. Das Gute hat noch immer über das Böse gesiegt, zuweilen braucht es eben ein wenig Geduld. Ich bin davon überzeugt, dass es auch dieses Mal so kommen wird. Bis auf weiteres tun wir das Unsrige, liegt doch im Juni dieses Jahres der 25. Jahrestag der Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit vor uns. Wir müssen den Gesellschaften beiderseits der Oder zeigen, dass an diesem Vierteljahrhundert auch unsere 18 Jahre einen sehr messbaren Anteil hatten! Ich vertraue darauf, dass es uns in der heutigen Diskussion gelingen wird, Ideen herauszuarbeiten, wie wir dieses Jubiläum begehen möchten“

Herr Andrzej Zabłocki ist am 29. Oktober 2016 verstorben. Vorsitzender unseres Vereins war er seit dessen Gründung im Jahre 1998. Treu seinem Erbe wollen wir - allen Widrigkeiten trotzend – das Werk unseres Vereins fortführen.

Über die sich verändernde Umgebung, in Witnica, Polen, Deutschland und in Europa sprachen wir bereits in unseren Berichten für die Jahre 2014 und 2015. Die Wiege unseres Vereins war Dąbroszyn/Tamsel; das Schicksal des Schlosses, der Kulturdenkmäler und des Ortes mit seinen Menschen kann uns nicht gleichgültig sein. Die größte Herausforderung für unseren Verein ist aber der Generationenwechsel: Wir müssen mit unserer Arbeit die jungen Deutschen und Polen erreichen und neue Mitglieder gewinnen.

Allen danken wir für die Unterstützung und aktive Arbeit. Nach dem Jahresbericht ist die Diskussion sehr willkommen.

Im März 2016 war es endlich so weit, dass das Buch „Das Warthebruch. Die Geschichte der Bändigung eines Flusses“, die deutsche Ausgabe der im Original in polnischer Sprache von Zbigniew Czarnuch vorgelegten Monographie „Ujarzmianie Rzeki“ gedruckt worden war. Zu verdanken haben wir das Herrn Eckhard Böhringer, der liebevoll die Übersetzung des Buches vorgenommen hatte und dem Buch noch eine Liste aller im Buch vorkommenden geographischen Eigennamen und Bezeichnungen in deutscher und polnischer Sprache hinzufügte und Herrn Stammwitz, der mit einer großzügigen Spende den Druck des inzwischen auf 436 Seiten angewachsenen Werkes ermöglichte.

Es wurde am 20.05.2016 im Hotel Witnica vor 20 Gästen und am 08.09.2016 in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin e.V. im Berlin-Saal der Berliner Stadtbibliothek vorgestellt.

Am 20.04.2016 hatten wir Pfarrer R. Tomczak eingeladen, sein Buch über die Geschichte des Witnicer Pfarrbezirks (1945 - 2015) mit einem historischen Abriss über das „deutsche“ Vietz vorzustellen. Es kam zu einem angeregten Gespräch in einer sehr angenehmen Atmosphäre im Restaurant des Hotels Witnica in Anwesenheit von 18 Personen.

März-April 2016

Auf Anregung von Pan Zbigniew wurde Pani Renate John-Lindner eingeladen, von den Asylbewerbern zu erzählen, die sie betreute. Im Ergebnis ihres Berichts sammelten die Angehörigen der Universität des 3. Lebensalters, der Gemeinschaft der Freunde Witnicas und des deutsch-polnischen Vereins Educatio Pro Europa Viadrina Esswaren und Drogerieartikel, die Flüchtlinge dringend gebrauchen. Es wurde ein ganzes Auto voll, das Pani Renate und Pani Katarzyna in Seelow und Lietzen den Flüchtlingen übergeben konnten. Zum Dank organisierte Pan Zbigniew mit Unterstützung von Błażej Kaczmarek am 23.04.2016 ein Konzert von zwei Jugendlichen, den in Deutschland lebenden Kindern einer syrischen Familie aus Aleppo. In einem kurzen Film wurden wir über ihre Stadt und ihr Schicksal und das Schicksal der christlichen Familie informiert. Es war ein bewegender Abend. 40 Personen waren gekommen. Ein Abschlussfoto ist in unserer Foto-Serie dabei.

Am 09.05.2016 wurde die Fotoausstellung "Deutschland - mit den Augen polnischer und deutscher Fotografen gesehen" anlässlich des traditionellen Europatags im Bolfrashaus in Frankfurt eröffnet. Unser Verein stellte die bereits 2014 erstellte Ausstellung dem deutschen. Projektpartner zur Verfügung, um sie hier dem 25. Jahrestag des deutsch-polnischen Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zu widmen.

23.07.2016 Exkursion mit Fahrrädern / Autos unter Leitung von Roman Skudynowski - auf der Trasse Witnica - Kłopotowo, über die Warthe mit der Fähre - Słońsk - (inkl.: Besuch der Regionalstube, der Kirche, des alten Friedhofs sowie der Mühle in Słońsk, geführt von Błażej Kaczmarek und Henryk Radowski) - zum Nationalpark Warthemündung (Betonweg) - Jamno - Kłopotowo - Oksza - Witnica ca. 42 km 11 Personen

Im Pavillon am Anfang des Betonweges erwarteten uns Grażyna und Catherine mit frischem Brot, Schmalz und eingelegten Gurken. Dann konnten wir auf dem Betonweg zahlreiche Vögel beobachten: Schwäne, Enten, Gänse und Seeadler, die am Himmel vorbeiglitten.

13.08.2016 Sommerfest in Sosny. Wie jedes Jahr folgten zahlreiche Mitglieder unseres Vereins der Einladung von Joanna Marciniak und dem Landfrauenverein nach Sosny.

Unter dem Zeichen der Viktoria feierten wir am 27.08.2016 den 80. Geburtstag von Jutta von der Lancken in Dąbroszyn. Unser Verein bereitete das Fest vor und richtete es aus, der Landfrauenverein Dąbroszyn sorgte hervorragend für das leibliche Wohl und die Brauerei Witnica für das Bier. Die Künstler aus Szczecin erhielten begeisterten Beifall und zahlreiche Angebote für Auftritte in Deutschland. 65 Pers.


Am 17.09.2016 fand in der Kirche in Ośno ein Benefizkonzert, organisiert von Frau Dr. Badstübner-Gröger zugunsten des Viktoria-Denkmals im Park des Schlosses in Dąbroszyn statt. Es spielte Prof. Dr. Ulrich Eckhardt auf der Sauer-Orgel Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdi, Gabriel Fauré und Thédore Dubois. Frau Dr. Badstübner-Gröger organisierte anlässlich des Konzerts einen Ausflug von Berliner Interessenten mit Besichtigungen in Dąbroszyn, Słońsk und Ośno. 29 Pers.

Am 23.09.2016 nahmen wir an der Festveranstaltung zum 25. Jubiläum des Heimatvereins Lebus. Unsere Vereine arbeiten seit 8 Jahren zusammen. Die Veranstaltung war eine Gelegenheit zur Besprechung der gemeinsamen Bilanz aber auch der Pläne für die Zukunft.

Drei Mitglieder unseres Vereins nahmen an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Jubiläum der DPG Brandenburg am 08.10.2016 in Frankfurt (Oder) teil.

Der für den 15.10.2016 geplante Ausflug nach Berlin zum Museum der jüdischen Kultur musste leider aus finanziellen Gründen verschoben werden.

Auch die in unserem Programm für den 20.10.2016 angekündigte Vorstellung des Buches von Zbigniew Czarnuch im Haus Brandenburg in Fürstenwalde musste, allerdings nicht aus finanziellen, sondern aus Zeitgründen auf dieses Jahr verschoben werden und findet nun am 23. Februar 2017 statt.

Für die Zeit vom 02.-05.11.2016 hatten wir in unserem Programm die Woche der jüdischen Kultur geplant. Der Tod unseres Vorsitzenden, Andrzej Zabłocki am 29.10.2016 hat uns schwer getroffen. Am 03. November fand die Beisetzung statt.

Die III. Tage der jüdischen Kultur fanden in der Zeit vom 23. - 27.11.2016 statt. Sie standen unter dem Motto Motto: „Geschichte der Geschichten“

Am 23.11. machten wir unter fachkundiger Leitung von Grażyna Oleksiak einen Spaziergang auf dem Kulturpfad der „Jüdischen Kultur“ 15 Pers.

Am 24.11. luden wir zum 'Literarischen Nachmittag': „Schmonz: Witz und Humor in der jüdischen Literatur“ anl. des 25. Todestages von Isaac Singer ein, der von unserem Verein vorbereitet und von der Gruppe der Deutsch-Polnischen Gesellschaft DPG aus Potsdam unterstützt worden war. 25 Pers.

Der Abend der jüdischen Kultur am 27.11.2016 hatte folgendes Programm:

Zu Beginn hielt Zbigniew Czarnuch einen kurzen Vortrag zum Thema: Mein Zwiespalt als Autor, der über die Witnicer Juden schreibt. Anschließend folgte ein kurzer Spaziergang auf dem Kulturpfad "Jüdische Kultur" auf dem Abschnitt zwischen dem Gedenkstein für die ehem. Synagoge und den Bürgerhäusern in der ul. Rutkowskiego.

Den Höhepunkt bildeten das Konzert der Gruppe „Pro Musica“ (Szczecin) unter dem Motto „ZIMMES“ und die Verkostung von Gerichten, frei nach Rezepten der jüdischen Küche, die von Hotel und Restaurant Witnica angeboten wurden. 90 Teilnehmer

Schlussbemerkungen

- Im Jahr 2016 dauerte die Arbeit an der Herausgabe des zweisprachigen Buches über Dąbroszyn/Tamsel an.

Alle Aktivitäten unseres Vereins wurden in dem EU-Projekt „Freundschaft siegt - zusammen mit Victorią“, dessen Titel wir der Idee der Geburtstagsfeier von Jutta v.d. Lancken in Dąbroszyn entnommen haben, zusammengefasst. Der Untertitel des Projektes „25 Jahre guter, deutsch-polnischer Nachbarschaft“ bezieht sich auf das 25-jährige Jubiläum des polnisch-deutschen Traktats. Das ganze Projekt beläuft sich auf eine Quote von 12.000 Euro, und wir erwarten (im Falle der positiven Einschätzung des Projektes) ungefähr 10.000 Euro von den durch uns investierten Mitteln zurück.

 

 
Rechenschaftsbericht für das Jahr 2015 PDF Drukuj Email

12.00

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Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Vorstandes

des Deutsch-Polnischen Vereins

Educatio Pro Europa Viadrina

für das Jahr 2015

Verehrte Anwesende,

überlassen wir uns einen Moment der Besinnung! − Denkt daran, wie schnell die Zeit vergeht! Ein Jahr ist vergangen seit unserer letzten Jahreshauptversammlung und bereits 18 Jahre seit der Gründung unseres Deutsch-Polnischen Vereins. Von heute an sind wir volljährig – das bedeutet auch eine Verpflichtung! Die Zeit rennt, aber es gibt auch andere Dinge, die um uns herum geschehen, auf die wir keinen Einfluss haben. Heute jedoch konzentrieren wir uns auf die Angelegenheiten, die wir selber schaffen, im Bewusstsein, dass diese unsere kleinen, realen Angelegenheiten Einfluss haben auf jene großen. Heute stellt der Vorstand unseres Vereins die Bilanz unserer gemeinsamen Leistungen vor.

Das Jahr war nicht leicht, treue, gute, kluge Mitglieder sind von uns gegangen. Heute treffen wir uns im Hotel Witnica, und nicht wie immer in der Gelben Villa, denn die Verwaltung der Stadt Witnica hat aufgehört, uns mit Wohlwollen zu begegnen. Selbstverständlich kommen wir irgendwie immer zurecht, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt, denn die Villa und das Schloss in Dąbroszyn waren, sind und ich habe die Hoffnung, dass sie auch künftig Symbole und Anker unseres Vereins sein werden. Das Gute besiegt immer das Böse, manchmal braucht es nur etwas Geduld. Ich bin überzeugt, dass es auch in unserem Falle so sein wird. So lange leisten wir unseren Beitrag, denn vor uns liegt im Juni dieses Jahres das große 25. Jubiläum der Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Vertrages über gute Nachbarschaft und freundschaft-liche Zusammenarbeit. Wir müssen der Öffentlichkeit auf beiden Seiten der Oder zeigen, dass wir in diesem Zeitraum von 25 Jahren auch unsere messbaren 18 Jahre haben! Ich habe die Hoffnung, dass es uns im Verlauf unserer heutigen Diskussion gelingt, Ideen zu erarbeiten, auf welche Weise wir dieses Jubiläum feierlich begehen, und jetzt kommen wir zum Wesentlichen – der Vorstand erstattet Bericht:

Das Jahr 2015 − das sind für unseren deutsch-polnischen Verein ein Dutzend verschiedenartiger Aktivitäten, an denen über 400 Personen teilgenommen haben. Unserer Auffassung nach ist das in Anbetracht der Schwierigkeiten, auf die wir in diesem Jahr gestoßen sind, ein gutes Ergebnis. Trotz der Probleme – sind wir tätig, und wir können jede Veranstaltung dieses Jahres als Erfolg ansehen. Urteilen Sie selbst!

21.03.2015 - Feier zum 85. Geburtstag von Zbigniewa Czarnuch (geb. am 18.03.1930). Im Restaurant des Hotels "Witnica” trafen sich an diesem Tag über 120 Personen. Ein Ausschnitt aus der Festrede des Vorsitzenden, A. Zabłocki, würdigt treffend die Verdienste des Jubilars für Witnica und die Region: „Als vor 4 Jahren Witnica Gastgeber für die Präsidenten, Bürgermeister und Dorfschulzen der Woiwodschaft Lebuser Land bei einem Treffen waren, zu dem sie alle hierhergekommen waren, hatten wir in das Program aufgenommen, ihnen natürlich die Witnicer Gewerberegion, das Regionale Rettungszentrum, die Brauerei und den Park der Wegweiser und Meilensteine der Zivilisation zu zeigen. Den Ausflug durch den Park führte am Abend Zbigniew Czarnuch. Am späten Abend, als die Bürgermeister der Gemeinden und Städte bereits abreisten, teilten sie mit uns ihre Eindrücke von diesem Besuch, übrigens dem ersten in der Geschichte dieser Treffen, stellten der Chef des Treffens, der Präsident von Nowa Sól, Wadim Tyszkiewicz und der Bürgermeister von Bytom an der Oder – Jacek Sauter, beim Nachdenken über gute Ideen und gelungene Lösungen autoritär fest: „Es ist selbstverständlich, dass wir Witnica um die Brauerei, das Gewerbegebiet und das Regionale Rettungszentrum beneiden, aber am meisten von allem, dass Ihr hier am Ort Zbigniew Czarnuch habt – einen Regionalhistoriker, der so klug und der Stadt restlos ergeben ist!!!”

16.04.2015 - Der Witnicer Bürger, Hobbytaucher und Fotograf - Bogdan Paczkowski - präsen-tierte seine Filme über das Leben unter Wasser im Großsee. Die professionell gedrehten Filme Bogdan Paczkowskis zeigten die unbekannte Welt der Tiefe des Sees: der im See herrschenden Hechte – riesige, über einen Meter große Aale, oder Kolonien von Moostierchen (uralten Wirbellosen), die untergegangene Boote und Äste bedeckten. Herr Paczkowski beeindruckte die Zuschauer gleichfalls mit seiner eigenhändig angefertigten Videoausrüstung. Das Treffen fand im Sitz unseres Vereins − in der Gelben Villa statt. Es nahmen 28 Personen daran teil.

09.05.2015 – Ausflug nach Berlin auf den Spuren der Berliner Mauer. Führer: Rolf John-Lindner. Zu wiederholtem Male lud unser Verein zu einem Ausflug nach Berlin ein. Dieses Mal auf den Spuren der Narben, die nach der Teilung Berlins in einen westlichen Teil und die Hauptstadt der DDR geblieben sind. Berlin ist immer eine Reise wert, und die East Side-Galerie oder das Museum der Berliner Mauer sind touristische Attraktionen, die beweisen, dass auch eine schwere Geschichte zur Werbung genutzt werden kann. Die durch die Mauer blockierten Orte im eigentlichen Zentrum der Stadt erwiesen sich auch als großes Kapital in der Entwicklung der Stadt. Wäre das ein Thema für den nächsten Ausflug? Es nahmen 25 Personen teil.

16.05.2015 - "Ein Tag in Dąbroszyn"

Im Jahre 2015 realisierte unser Verein das Projekt unter dem Titel „Der Charakter der Euro-region Pro Europa Viadrina”, aus dem EU-Programm EWT (im Rahmen der Euroregion Pro Europa Viadrina”), mit einem Betrag von 36.400 zł (9.000 Euro). Das Projekt war Zbigniew Czarnuch und seinen vielfältigen Aktivitäten im deutsch- polnischen-Grenzgebiet gewidmet. Die erste, im Rahmen des Projektes realisierte Veranstaltung fand am 21. März statt (die Geburtstagsfeier für Z. Czarnuch und die Vorstellung des Buches „Seine Mission ist die Vermittlung von Bildung - Jego misja jest edukacja”). Aus dem Projekt wurde auch der Studienausflug nach Dąbroszyn im Mai realisiert, an dem 50 Personen teilnahmen.

Z. Czarnuch hielt ein Referat mit dem Titel: „Die Schätze der Euroregion: Dąbroszyn”.
Einen weiteren Vortrag hielt der Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Vereins Educatio pro Europa Viadrina, Andrzej Zabłocki mit dem Titel „Neue Zeiten, neue Herausforderungen – die Richtungen der Entwicklung der Euroregion Pro Europa Viadrina”. Nach der für einen Imbiss genutzten Pause begann der zweite Teil des Treffens, d.h. die Besichtigung der denkmalgeschützten Kirche, der Krypta und des oberen Dąbroszyner Parks und des restaurierten Cecilientempels. Führer auf dem Wege waren Schüler der hiesigen Grundschule und die Lehrerin und gleichzeitig Mitglied unseres Vereins, Irena Fabjańczuk. Dank dem Projekt konnte die Informationstafel und der Wegweiser zum Tempel angefertigt werden. Leider hat sich erst nach der Montage der Elemente herausgestellt, dass die Euroregion solche Ausgaben nicht akzeptiert. Dank den Bemühungen unseres Vorsitzenden – erhielten wir von der Regionalen Direktion der Staatswälder eine Schenkung in Höhe von 6.000 zł, die uns gestatteten, unsere Verpflichtungen gegenüber den Auftragnehmern zu erfüllen.

13.06.2015 – Ein erholsamer Ausflug nach Buckow in der Märkischen Schweiz, Führerin: Heike Schäfer. Transport mit Bus und PKW-s. (36 Teilnehmer).

Frau Schäfer hatte den Ausflug hervorragend vorbereitet – er war abwechslungsreich und sehr interessant. Wir begannen in Waldsieversdorf mit der Besichtigung der Ausstellung „John Heartfield (1891-1968) - Künstler und Grafiker”, der die Kunstform der politischen Fotomontage begründete. Der Autor wurde durch seine antifaschistischen Fotos berühmt. Wir besichtigten gleichfalls das Sommerhaus von Heartfield und die dort befindliche kleine Ausstellung seiner Arbeiten.

Anschließend fuhren wir nach Buckow zu den Rosentagen – und dort zu einem Spaziergang im Schlosspark, zu einer Bootsfahrt auf dem Buckowsee mit Kaffee und Kuchen. Den Tag in Buckow beendeten wir mit einem Spaziergang um den See.

20.06.2015 – Treffen mit Vertretern der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Potsdam zu einer Diskussion polnischer und deutscher Jugendlicher zum Thema: "Was denken junge Leute über Polen und Deutschland?" bei Teilnahme von Schülern des Gymnasiums. Es war ein Diskussions- und touristischer Ausflug. Wir wollten uns mit den Jugendlichen darüber unterhalten, wie sie unsere polnisch-deutsche Welt sehen und herausfinden, wie man die jugendlichen Polen und Deutschen besser mit unseren erzieherischen Botschaften erreichen kann. Jung und Alt versuchten auch, bei sehr wechselhaftem Wetter die schönsten Seiten der ehemaligen Hauptstadt Preußens und des jetzigen Brandenburgs kennenzulernen. Schlussfolgerung: die Jugend ist ausgezeichnet; wir haben bei dieser Gelegenheit auch sehr wertvolle Partner kennen gelernt, die engagierte Lehrer sind; Die Deutsch-Polnische Gesellschaft könnte ein interessanter Partner bei unserer weiteren Tätigkeit sein. Wenn einen das Gewitter bis auf die Haut durchnässt hat, rettet einen nur noch Humor. Der Busfahrer bleibt unvergesslich. Teilnehmer am Ausflug: 14, Brandenburger Gastgeber: 8.

08.08.2015 – Ausflug auf den Spuren Alexander von Humboldts in Polen (Trasse: Barnówko - Dolsk - Mystki - Dalsze - Dyszno - Barnówko). Führer: Roman Skudynowski. Mittagessen im Park von Dolsk – ein Studienausflug, 19 Teilnehmer, 7 mit Fahrrad, 12 im Auto).

15.08.2015 – das Sommerfest in Sosny fand statt. Alljährlich reisen auf Einladung von Joanna Marciniak und dem Landfrauenverein in Sosny ungefähr 200 Personen an, darunter solche, die ihren Urlaub speziell für diese Fahrt planen. Es muss betont werden, dass Frau Joanna dieses Ereignis als Privatperson mit ihren Mitteln organisiert. Sie erhält ebenfalls Spenden von gewonnenen Freunden - es gelingt ihr sehr gut, um sich Menschen zu scharen.

05.09.2015 –Festkonzert aus Anlass des Geburtstags von Jutta von der Lancken in der Kirche in Dąbroszyn. Traditionell war es im Schloss geplant, aber der neue Bürgermeister gestat-tete uns den Zutritt nicht (begründet mit nicht beendeter Renovierung). Der Pfarrer rettete das Fest, indem er gestattete, das Konzert in der Kirche zu veranstalten. Das Trio MAR-GAUX (Klavier, Geige Violoncello) präsentierte Werke von Joseph Elsner, F. X. Gebel und F. Chopin. Ein großartiger Auftritt! Das war ein denkwürdiges Konzert. Im Anschluss luden wir die Gäste zur Geburtstagstorte sowie Kaffee und Kuchen ein, die von den Frauen des Landfrauenvereins vorbereitet worden waren. Dieser Teil der Veranstaltung fand in der Turnhalle der Grundschule statt. 78 Teilnehmer (47 deutsche und 31 polnische).

Die Veranstaltung organisierten die "KULTURBRÜCKE ÜBER DIE ODER" und unser Verein.

24.09.2015 - Zbigniew Czarnuch erhielt im Haus Brandenburg in Fürstenwalde für seine Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung, sein Engagement für die Versöhnung zwischen den beiden Völkern sowie um seine Brückenbauerfunktion zwischen Deutschen und Polen den Stiftungspreis der Stiftung Brandenburg. In der Laudatio zu Ehren von Zbigniew Czarnuch wurde die ganze Liste seiner Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung genannt. Der so Geehrte war gerührt über die Auszeichnung und dankte den angereisten herzlich für ihre Anwesenheit bei diesem für ihn so wichtigen Ereignis. Die Gemeinde Witnica repräsentierten Vertreter der Gemeinschaft der Freunde Witnicas und des Vereins Educatio Pro Europa Viadrina. Herr Czarnuch erhielt auch eine Karte über den Verlauf der polnisch-deutschen Grenzen im Jahre 1720.

Am Rande sei bemerkt, dass das Gebäude und die Institution des Hauses Brandenburg selbst u.a. dank der Bemühungen von Z. Czarnuch entstanden ist, der die Verbreiterung des Wissens und die Bewahrung der Erinnerung an die Geschichte der Neumark und des östlichen Brandenburg unter den Völkern anstrebte.

Vonseiten des Vereins nahmen 10 Personen teil.

Oktober 2015 – Der Ausflug nach Berlin auf den Spuren der Witnicer Juden fand nicht statt. Er wurde auf das Jahr 2016 verschoben.

04.11.2015 - 13.11.2015 Die „Witnicer Tage der jüdischen Kultur ” umfassten zwei Ereignisse:

04.11.2015 - Die Diskussion "Religiöser Dialog auf dem Wege der Versöhnung " an der Universität in Potsdam. Unser Verein war gemeinsam mit der DPG Brandenburg und der Gesellschaft für Zusammenarbeit von Christen und Juden in Potsdam Organisator der abendlichen Diskussion der Theologen und Historiker Prof. Dr. Hans Peter Heinz und Prof. Dr. Stanisław Krajewski zum Thema der Bedeutung und Rezeption des Dokuments Nostra Aetate des II. vatikanischen Konzils sowie der Ansprache der polnischen Bischöfe an die deutschen katholischen Bischöfe „Wir gewähren Vergebung und bitten um eine solche” in Polen und Deutschland. Beide Dokumente wurden in beiden Ländern sehr unterschiedlich diskutiert und aufgenommen.
Aus unserem Verein haben 4 Mitglieder teilgenommen, insgesamt waren es etwa 40. Educatio war Partner des Projektes.

13.11.2015 - Der Abend der jüdischen Kultur begann mit einem Vortrag von Zbigniew Czarnuch zum Thema der Witnicer Juden. Weiteres Programmelement war ein Spaziergang auf den Witnicer Spuren der jüdischen Kultur. Eine Überraschung auf diesen Spuren war eine durch die Geschichte der jüdischen Familie Bähr inspirierte Theateretüde (der Besitzer des Vorkriegstextilgeschäftes und derzeitigen Geschäftes GS „Trójka), die von der Theater-gruppe Drama Team II (geleitet von Piotr Melinis) aufgeführt wurde. Anschließend setzten wir den Abend mit einem Konzert des Ensembles "Shalom" aus Poznan sowie mit einer Verkostung jüdischer Gerichte fort. Ein herzliches Dankeschön möchten wir den Besitzern des Hotels und der Gaststätte "Witnica", Dorota und Radek Markiewicz, für die wunder-bare Atmosphärę und Zusammenarbeit bei der Organisation unseres Festes aussprechen.

20.11.2015 – Im Restaurant des Hotels „Witnica” fand die Eröffnung der Ausstellung "Nahaufnahmen" einer Gruppe von am Museum in Lebus tätigen Fotografen im Rahmen der Festveranstaltung zum 30. Jahrestag der Gründung der Gemeinschaft der Freunde Witnicas statt. (Teilnehmer ca. 60 Personen)

Dezember 2015 – Fahrt nach Frankfurt zu einem Konzert – nicht realisiert.

Im Jahre 2015 gelang es unserem Verein, zwei Bücher herauszugeben bzw. zum Druck vorzubereiten:

- "Zbigniew Czarnuch. Jego misją jest edukacja" / Zbigniew Czarnuch. Seine Mission ist die Vermittlung von Bildung". Wir danken allen Autoren und Personen, die uns ihre Texte und Fotos geschickt haben (8 polnische Autoren und 4 deutsche). Wir denken, dass unsere Publikation die verschiedenen Passionen von Zbigniew Czarnuch und seine Verdienste auf vielerlei Gebieten des gesellschaftlichen Lebens deutlich zeigt.

- "Das Warthebruch. Die Geschichte der Bändigung eines Flusses" - die deutsche Version des Buches von Zbigniew Czarnuch "Ujarzmianie Rzeki. Mensch und Wasser in der Region der Warthemündung".

Herr Eckart Böhringer hat den Text des Buches ausgezeichnet übersetzt und zusätzlich Listen der deutschen und polnischen, im Buch erwähnten geografischen Bezeichnungen zusammengestellt. Herr Wolfgang Stammwitz aus Berlin erklärte sich bereit, den Druck des Buches zu finanzieren. Wir haben die Hoffnung, das das Buch in Kürze gedruckt vorliegen wird. Seine erste Vorstellung ist im März geplant.

 
Rechenschaftsbericht von Herrn Czarnuch PDF Drukuj Email

12.00

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Verein EDUCATIO PRO EUROPA VIADRINA

Bericht von Zbigniew Czarnuch für das Jahr 2014

Angesichts des sich stetig verschlechternden Gesundheitszustands des Veranstalters zweier ständiger, auf eine besondere Art und Weise mit eben seiner Person verbundener Formen der Aktivitäten unseres Vereins sowie das Anliegen verfolgend, beide Veranstaltungsformen erfolgreich nicht nur weiterführen, sondern ebenso im Berichtsjahr 2014 konsequent weiterentwickeln zu können, haben wir uns Ende des letzten Jahres an die Regionalabteilung der Öffentlichen Wojewodschafts- und Stadtbibliothek in Gorzów Wlkp. mit der Bitte gewandt, die Organisation und Durchführung unserer regelmäßigen Studienausflüge in die Region sowie des jährlichen Treffens der Autoren und Verleger zu übernehmen. Dieser Bitte wurde entsprochen, so dass beide Veranstaltungen bereits unabhängig vom Gesundheitszustand des Initiators stattfinden können. Auch das Autoren- und Verlegertreffen kann in Gorzów unter wesentlich besseren Bedingungen fortgesetzt werden. Das letzte Treffen fand am 13. Dezember 2014 statt; an ihm nahmen Vertreter aus Gorzów, Kostrzyn, Witnica, Chojna, Międzyrzecz, Zielona Góra, Dębno sowie Berlin teil, aus einigen Ortschaften kamen gleich zwei Verleger.

Eine Gruppe, die regelmäßig an den Studienausflügen teilnahm, formierte sich aus dem Klub für Regionalgeschichte der Wojewodschafts- und Stadtbibliothek in Gorzów; die Teilnehmerzahlen schwankten zwischen etwa einem Dutzend bis zu 20 Personen.

Folgende Ausflüge wurden organisiert:

25. Januar: Ausflug mit der Bahn nach Berlin, Schloss Charlottenburg.

22. Februar: Ausflug nach Szamotuły auf den Spuren der durchaus unterschiedlichen Verhältnisse zwischen Neumark und Großpolen unter besonderer Berücksichtigung der Zusammenarbeit zwischen Johann von Brandenburg-Küstrin und dem Adelsgeschlecht Górka. Treffen im örtlichen Museum mit Regionalhistorikern.

22. März: Ausflug mit Privat-PKWs entlang der Myśla. Wir besichtigten die Stelle eines 1945 hier abgestürzten Kampfflugzeugs der US-Airforce, Schmieden, Mühlen, Wasserkraftwerke entlang des Flusses sowie eine Erdöl- und Erdgasförderstätte in Barnówko; ebenso machten wir uns mit den Traditionen einer hier begründeten religiösen Bewegung sowie der dortigen Fischzucht vertraut und trafen uns in Gudzisz mit Maciej Sałański und Piotr Chara.

26. April: Ausflug auf den Spuren der Verbindungen von Drawsko Pomorskie und Zlocieniec mit der Neumark. Wir besuchten u.a. den Truppenübungsplatz in Drawsko, bekannt als größtes Gebiet für taktische Übungen, und besichtigten darüber hinaus Überreste einstiger Ortschaften sowie Studnica, ein ehemaliges Gut der Familie von Klitzing. Daran anschließend besichtigten wir die Kasernen der ehemaligen NS-Ordensburg in Złocieniec.

17./18. Mai: Studienausflug nach Wągrowiec (Anfang 1945 kamen aus diesem Ort Siedler nach Gorzów, um vorübergehend die Verwaltung von Stadt und Landkreis an sich zu reißen).

21. Juni: Ausflug mit Privat-PKWs entlang der Strecke von Trzcińsko über Zielin und Piaseczno zum Landschaftsschutzgebiet Długogóry. In Moryń nahmen wir an einem Symposium zum Thema mit der Neumark verbundener deutscher Intellektueller des 20. Jahrhunderts teil (insb. Paul Tilich, Gotfried Benn sowie Dietrich Bonhoeffer.

5. Juli: unser geplante Bahnausflug von Gorzów über Berlin nach Königs-Wusterhausen (König Friedrich Wilhelm unterhielt hier ein Jagdschloss) musste aufgrund einer ungenügenden Teilnehmerzahl ausfallen.

23. August: Ausflug nach Drezdenko. Wir besichtigten die Erdölförderstätte und die ehemalige Schmiede in Karwin, unterwegs das im Bauhaus-Stil errichtete Bahnhofsgebäude in Lipki Wielkie, sowie den Flugplatz der Försterei.

30. August: Mitglieder des Klubs für Regionalgeschichte nahmen an den von unserem Verein organisierten Feierlichkeiten anlässlich der Einweihung des restaurierten Cecilien-Pavillons teil.

13. September: Reise in das Oderbruch mit den folgenden Stationen: Museum in Gusow, OT Platkow, Klosterruinen in Altfriedland, Kunersdorf, Schloss in Prötzel und das ehemalige Schloss bei Harnekop (westlich von Möglin und Kunersdorf).

11. Oktober: Ausflug nach Krosno Odrzańskie; wir besichtigten die Wassermühle in Przetocznica mit den Panzersperren entlang der Ołobok (ein Teil des Oder-Warthe-Bogens), Burg und Museum in Krosno, des weiteren Kirche, Befestigungsanlagen, Kasernen, das Klabund-Denkmal, Esskastanie, Meilenstein, Hochwasserdenkmal und die Überreste der einstigen Burganlage, bevor die Ortschaft besiedelt wurde. In Nowy Zagórz besichtigten wir ein Büßerkreuz, in Skórzyn das geschändete Grab von Georg Leo Graf von Caprivi de Caprara de Montecuccoli (zweiter Kanzler nach Bismarck). In Skórzyn befindet sich ebenso das von Prof. W. Halicki geleitete Institut für Angewandte Ökologie.

16. November: Ausflug nach Witnica (Park der Wegweiser, Heimatstube und Brauerei) sowie traditioneller Abschluss der Ausflugssaison in Mościce gemeinsam mit dem Ehepaar Gontów.

27. November: jährliches Fest, verbunden mit einer Festlegung der Pläne für das kommende Jahr. Erörtert wurde ebenso der Vorschlag des Klubs, dem Beispiel der „Lebuser Lorbeeren“ für Autoren folgend eine Auszeichnung für Regionalhistoriker (als „Wächter“ des regionalen Gedächtnisses) ins Leben zu rufen. Die Auszeichnung würde ein aus anerkannten Kennern der Region gebildetes Gremium vornehmen.

13. Dezember: Autoren- und Verlegertreffen in der Wojewodschafts- und Stadtbibliothek in Gorzów Wlkp.

Veröffentlichungen

Im Berichtsjahr erschienen neben einigen Artikeln in der Witnicer Lokalzeitung folgende Beiträge von Zbigniew Czarnuch:

- im Historisch-archivarischen Jahrbuch des Warthegebiets der dritte Teil der Hochwassergeschichte der Region sowie Rezensionen bzw. Besprechungen von 4 Büchern über die Regionalgeschichte.

- im XII. Konferenzband „Zur Geschichte des Meseritzer Landes“ ein Beitrag mit dem Titel: Überlegungen und Zwiespälte des Autors eines gewissen Beitrags über Juden.

- in der von Marcel Tureczek vorgelegten und von der Polnischen Historischen Gesellschaft in Zielona Góra herausgegebenen Monographie über das Lebuser Land erschien ein Interview des Autors mit Zbigniew Czarnuch unter dem Titel: Zu Gedächtnis und Identität nicht nur der Region…

- dieselbe Polnische Historische Gesellschaft veröffentliche einen Tagungsband mit den anlässlich einer Konferenz in Zielona Góra gleichfalls über die Regionalgeschichte des Lebuser Landes gehaltenen Vorträgen unter dem Titel: Das Lebuser Land. Überlegungen zu Geschichte und Identität der Region; er enthält einen Konferenzbeitrag von Zbigniew Czarnuch zum Thema: Vergangenheit lehren als Beitrag zur angewandten Geschichte.

- Erstellung von Bildunterschriften (d.h. der sich auf die polnische Seite der Euroregion beziehenden Fotos) für ein von der Euroregion PEV herausgegebenes zweisprachiges Album unter dem Titel: Porträt/Portret der Euroregion „Pro Europa Viadrina“.

- das Museum Festung Küstrin veröffentlichte einen Tagungsband mit Materialien eines Symposiums, das sich der historischen Persönlichkeit Johann von Brandenburg-Küstrins auseinandersetzte; sie fand auf Initiative unseres Vereins Ende 2013 statt. Der Tagungsband wurde am 9. Mai 2014 in der Stadtbibliothek in Kostrzyn vorgestellt.

Unter Mitwirkung sowie über das Wirken von Zbigniew Czarnuch erschienen:

Einer Beschreibung und Wertung des Wirkens von Zbigniew Czarnuch in den unterschiedlichen Witnicer Vereinen widmeten sich:

- der an der Universität Zielona Góra tätige Prof. Bogdan Idzikowski verfasste für die neue, soziologischen Themenstellungen gewidmete Zeitschrift der Universität Szczecin Opuscula sociologica, Heft 1/2014 einen Artikel unter dem Titel: Lokale Akteure. Ein Faktor sozialer Enklavenbildung. Im Artikel werden zwei Jahre zuvor von der Universität Zielona Góra veröffentlichte Untersuchungen über die neue soziale Räume bildenden Initiativen und Menschen der Lebuser Kultur wissenschaftlich ausgewertet.

- das Museum Lebuser Land in Zielona Góra gab im Rahmen seiner Reihe über Grünberger Kulturschaffende eine 72-seitige, Zbigniew Czarnuch gewidmete Broschüre heraus. Sie umfasst einen von Grażyna Kostkiewicz-Górska und Danuta Zielińska aus Gorzów Wlkp. verfassten Rückblick auf insgesamt 314 Veröffentlichungen seines gesamten Schaffens, seinen von Aneta Kamińska bearbeiteten Lebenslauf sowie ein von Anitta Maksymowicz geführtes Interview mit ihm über die Dilemmata der Lebuser Identität.

- Gerhard Weiduschat in einem dem Sammelband „Selbsternannte Konsulate“ gewidmeten Beitrag anlässlich einer vom 20.-22. November in Dresden stattfindenden Konferenz.

- im Berichtszeitraum erschien darüber hinaus der Kriminalroman „Versunkene Gräber“ der bekannten Berliner Krimiautorin Elisabeth Hermann, die im Jahr zuvor zwei Mal nach Witnica kam, um in Gesprächen mit Zbigniew Czarnuch sowie während ihrer Besuche von Heimatstube und Park der Wegweiser die ihr für ihren Roman notwendigen Informationen über die Nachkriegszeit in den polnischen Westgebieten zu sammeln. Im Nachwort dankte sie allen Gesprächspartnern, insbesondere Z. Czarnuch. Dies inspirierte die deutsch-polnische Gesellschaft in Berlin wiederum dazu, Z. Czarnuch zu Treffen mit der Autorin am 9. April sowie am 13. Juni 2014 nach Berlin einzuladen. Dieselbe Gesellschaft organisierte am 13. Juni ein Treffen mit Helga Hirsch, die vor einigen Jahren in ihrem Buch „Ich habe keine Schuhe nicht“, in der polnischen Übersetzung „Nie mam keine buty“ auch eine Kurzbiographie über Z. Czarnuch vorstellte. An besagtem Abend las die Autorin diese Kurzbiographie, und Z. Czarnuch antwortete auf Fragen aus dem Publikum.

Sonstige Aktivitäten des Vereins unter Mitwirkung von Zbigniew Czarnuch:

- 20. Januar. Stadtführung einer Gruppe von Lehrern an Landwirtschaftsschulen aus Masowien.

- 18. Februar. Berlin. Besuch eines Konzerts von Prof. Jürgen Rasinski.

- 11. März. Museum in Międzyrzecz. Vorstellung des Sammelbands „Selbsternannte Konsulate“.

- 2./3. April. Kalisz. Teilnahme an der Vorstellung des Buches „Als Kalisch deutsch war“ von Prof. Georg Hansen. Vor einigen Jahren drehte der Autor einen Film über seinen Besuch in Witnica, an dem auch Z. Czarnuch und Annema von Klitzing teilnahmen; später lud er Z. Czarnuch zu einem Vortrag nach Bremen ein.

- 14. Mai. Sulęcin. Johanniterhaus. Vorstellung des Sammelbands „Selbsternannte Konsulate“.

- 19. Mai. Berlin. Deutsches Technikmuseum. Teilnahme an den Feierlichkeiten anl. der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Herbert Liman.

- 18. Juni. Kostrzyn und umliegende Warthedörfer. Teilnahme an Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm von Tadeusz Litowczenko; der Untertitel lautet: Nowa Ameryka [Neu-Amerika].

- 19.-22. Juni. Bonn. Auf Einladung von Friedrich von Klitzing nehmen Zbigniew Czarnuch gemeinsam mit Oberst Dr. Zbigniew Mieczkowski und Gattin an einem Treffen über die Rolle der Familie von Klitzing bei der Entwicklung der Landwirtschaft in der Neumark teil.

- 12. Juli. Stadtführung für eine 50-köpfige Gruppe aus Deutschland.

- 24. Juli. Zu Gast waren 2 Deutsche aus Berlin, die eine Ausstellung in dem in Gründung befindlichen Museum gegen Vertreibung vorbereiten. Von unseren Leistungen begeistert erklärten sie ihren Wunsch nach Aufnahme einer Zusammenarbeit; eine entsprechende Rückmeldung gab es bislang nicht.

- 12.-16. August. Während des Jahrestreffens der Polnischen Gesellschaft für Tourismus und Landeskunde führten wir drei Gruppen durch den Park der Wegweiser; später ließ sich eine Gruppe der Gesellschaft aus Piła ebenfalls den Park zeigen.

- 16. August. Bibliothek in Krzeszyce. Vortrag zum Thema des Bevölkerungsaustausches in der Gemeinde Krzeszyce in der Nachkriegszeit.

- 20. August. Stadtführung einer 50-köpfigen Gruppe aus der Umgebung von Frankfurt (Oder).

- 4. September. Lednica. Studienreise mit Herbert Liman und Olaf Grell zum dortigen Freilichtmuseum, um den dort ausgestellten Meilenstein zu beschreiben. Im Januar 2015 verfasste Olaf Grell eine umfassende Studie über dieses Objekt vor dem Hintergrund der Geschichte des Straßenwesens sowie der preußischen Post in Großpolen, die anschließend dem Freilichtmuseum zur Verfügung gestellt wurde.

- 25. September. Fürstenwalde. Haus Brandenburg. Teilnahme an den Feierlichkeiten anlässlich einer Ehrung von Karl-Heinz Lau, der sich für den Versöhnungs- und Annäherungsprozess mit Polen einsetzt.

- 25. Oktober. Stadtführung für Lehrerinnen und Lehrer aus Międzyrzecz.

- 26. Oktober. Stadtführung für Regionalhistoriker aus Szczecin.

- 5. November. Gorzów. Im Staatsarchiv wurde ein weiteres Heft des Historisch-archivarischen Jahrbuchs des Warthegebiets vorgestellt, woran auch Rolf Lindner aus Lebus teilnahm. Im Heft erschien ein Artikel über die Siedlergemeinschaft „Eigene Scholle”, die unter anderem auch in unserer Region die Güter Radorf in Witnica sowie in Kamień Wielki parzellierte und umgestaltete.

- Da bereits von Lebus die Rede ist: auf früheren Versammlungen hatte ich vorgeschlagen, in Lebus zu Ehren des jungen Herzogs Mieszko von Lebus (Bruder des schlesischen Herzogs Boleslaw II.) eine Gedenktafel aufzustellen. In Gesprächen mit Regionalhistorikern aus Lebus legten wir gemeinsam den Text fest, der auf dieser Erinnerungstafel stehen sollte. Unser Vereinsvorsitzender, Andrzej Zabłocki, führte dann auf Ebene der Kommunalpolitik entsprechende Gespräche weiter. Die Umsetzung des Anliegens befindet sich auf einem guten Wege.

- Mehrfach war ich Frau Pudelko aus Berlin behilflich, die Spuren ihrer Familie in Mosina und Witnica sucht. Sie trägt sich mit der Absicht, in Witnica ein Café für Mütter mit ihren Kindern zu eröffnen.

Neuerwerbungen der Heimatstube und im Park der Wegweiser

Während eines Studienausflugs in das weitläufige Waldgebiet entlang der Netze überreichte Juliusz Kaczmarek, Einwohner der in den weiten Wäldern versteckt liegenden Ortschaft Grotów, den teilnehmenden Regionalhistorikern ein kleines Fragment des oberen Teils eines regelrecht in Stücke gehauenen Grenzsteins aus Granit aus der Umgebung von Dąbrowiec, das zugleich sehr anschaulich die Tobsucht der Nationalsozialisten bei der Beseitigung der „Versailler“ Grenze zwischen Drittem Reich und Polen dokumentiert.

Er und auch einige weitere, von anderen Ausflügen mitgebrachte Fundstücke harren nun ihrer Installation im Park der Wegweiser; einige Exponate warten bereits einige Jahre darauf, einen ihnen gebührenden Platz zu finden.

Mit tatkräftiger Unterstützung der Stadtverwaltung konnte im Park nun ein Wasserrad aufgestellt werden, das zusammen mit dem Pavillon „Mühle“ und der Brücke eine durchaus ansehnliche Gesamtheit bildet. Am Bach beim Koziołek Matołek-Hügel wurde nun eine Feuerstelle mit Grillgelegenheit eingerichtet. Neben dem Panorama der Brzeska-Chaussee steht jetzt ein symbolischer Wegweiser mit den Aufschriften unserer Partnerstädte.

Unser wichtigster Fachmann für Installationen und die entsprechende Pflege der Exponate im Park der Wegweiser, Mateusz Rękas, wurde von der neuen Stadtverwaltung aus der Werkstatt abberufen, was mich gelinde gesagt verschreckt hat, so dass ich den Bestand und die weitere Entwicklung des Parks und all seiner Kleinarchitektur in den dunkelsten Farben sehe.

Die Sammlungen der Heimatstube konnten über Ankäufe und Schenkungen um die folgenden Exponate erweitert werden:

Band 1 Ausgewählte Werke Lenins, Ausgabe von 1951; mit einem Stempel mit der Aufschrift: „LAS” [Wald] Staatliche Zentrale für Nichtholzprodukte, Staatliche Ausgegliederte Betriebe Niederlassung Zielona Góra in Gorzów Wlkp. Terpentinbetrieb in Witnica. Zum einen bestätigt das Exponat, dass es in Witnica einen solch exotischen Betrieb gab, zum anderen belegt es die Indoktrination der Belegschaft mit der damaligen Ideologie.

Firmenbügel mit der Aufschrift Herren-Moden Gustav Kunkel Fichtwerder, womit auch diese Sammlung um ein weiteres Exponat erweitert werden konnte.

Oberer Teil des Klangkörpers einer Fahrradklingel der Fa. Rajchowicz.

Teile eines deutschen Familienalbums mit Aufnahmen von Zaszczytowo (Saratoga) und Świerkocin (Fichtwerder) mit insgesamt 25 Fotographien.

Wandkarte von Dabroszyn (Wiesen und umliegende Dörfer), Ende des 19. Jahrhunderts.

Drei Fotos der Kirche in Döllensradung: zwei Außenaufnahmen, eine mit Altar

Erworben wurden ebenso 15 Postkarten aus Witnica und den Ortschaften der Gemeinde.

Herr und Frau Schlegel, ehemalige Einwohner von Tamsel, übergaben uns drei Familienfotos. Eines zeigt den Kutscher des Grafen von Schwerin, der eine Hand verloren hatte; eine Randnotiz vermerkt, dass er seine Hand während des Kriegsdienstes verloren hatte und der Graf ihm daher gestattet hatte, diese in seinem Park zu bestatten.

Nach einigen Jahren der Restaurierung in einer Fachwerkstatt in Toruń erhielten wir nun endlich fachgerecht wiederaufbereitete, über 200 Jahre alte Schuhe zurück, die zuvor in Dąbroszyn aus einem der Särge der Gebrüder von Wreech entnommen wurden; ursprünglich vorgefunden hatten wir einen Schaft, zwei Sohlen sowie Bruchstücke des zweiten Schuhs.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 
Rechenschaftsbericht für das Jahr 2014 PDF Drukuj Email

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Polnisch - Deutscher Verein Educatio Pro Europa Viadrina

Rechenschaftsbericht für das JAHR 2014

Das Jahr 2014 war das erste Jahr der Tätigkeit des neu gewählten Vorstandes in der Zusammensetzung: Vorsitzender: Andrzej Zabłocki, Stellvertreter: Grzegorz Załoga, Sekretär: Dr. Catherine Griefenow-Mewis, Schatzmeister: Grażyna Aloksa, Mitglied des Vorstandes. Oberst a.D. Ulrich Schroeter.

Die Tätigkeit des Vereins wurde praktisch in allen bisherigen Bereichen fortgesetzt. Über Veränderungen bezüglich der entsprechenden Ausflüge zu Studienzwecken und das Treffen der Autoren und Herausgeber informiert der Ehrenpräsident unseres Vereins, Zbigniew Czarnuch in seinem Bericht.

Mit dem Bericht über das Wirken im Jahre 2014 möchten wir mit einigen Sätzen auf die hauptsächlichen und perspektivischen Aufgaben und Herausforderungen an die Tätigkeit unseres polnisch-deutschen Vereins hinweisen.

Alle für das Jahr 2014 geplanten Aufgaben wurden realisiert. Das Arbeitsprogramm wurde zusätzlich bereichert durch die Realisierung des Projektes "Ale ścieżki pozostały te same ..." - "... aber die Pfade sind noch dieselben" (wir haben - dank der erfolgreichen Bemühungen unseres Mitglieds, Grażyna Aloksa - eine Finanzierung in Höhe von 58.709,57 zł aus dem Fonds für bürgerliche Initiativen des Ministeriums für Arbeit und Sozialpolitik erhalten.

Realisierte Tätigkeiten:

Februar - April 2014: Ausstellung zum Gedenken an Annema von Klitzing" (die Vernissage der Ausstellung fand während der Jahreshauptversammlung der Mitglieder unseres Vereins statt).

29.03.2014: Vorstellung des Buches "Heimat Brandenburg. Stationen meines Lebens" (Berlin 2012)/"Z Nowej Marchii do Nowej Marchii" (Poznań. 2009) von Jörg Lüderitz. Teilnehmer: 8

Ein sehr interessantes Buch und eine interessante Diskussion. Schade, dass nicht mehr interessierte Teilnehmer anwesend waren.

12.04.2014: Einladung zum Spaziergang auf den Spuren der jüdischen Kultur in Witnica –Schüler des Gymnasiums in Bogdaniec, die unter Leitung ihrer Lehrer das Faltblatt „Spacerownik witnicki” (Witnicer „Spaziergangsführer“) erarbeitet haben, führten uns auf dem Spaziergang. Teilnehmer: 40

Der Spaziergangsführer wurde durch das Städtische Kulturhaus Witnica und die Gemeinschaft der Freunde Witnicas mit finanzieller Unterstützung durch die GBS Bank Barlinek gedruckt, die ihren Sitz in Nr. 8 der Stationen des Spaziergangs hat.

26.04.2014: Exkursion nach Lebus: Teilnehmer: 10

Zu den Adonisröschen, zum Heimatmuseum, auf den Schlossberg, zum Mittagessen im Restaurant am Oderufer in strömendem Regen, anschließend Spaziergang bei trockenem Wetter an den Oderhängen. Die Blütezeit der Adonisröschen war schon vorbei (obwohl sie gewöhnlich erst Ende April liegt) aber ein paar Adonisröschen haben wir doch noch gefunden.

10.05.2014: Ausflug "Ein erholsamer Tag im wunderschönen Schlaubetal" Teilnehmer: 34

Vom Ehepaar Koitzsch war alles wunderbar vorbereitet: Zuerst eine geruhsame Wanderung am Ufer der Schlaube entlang, dann die Fahrt zum schmackhaften Mittagessen in Neuzelle, anschließend Besichtigung von Klosterkirche und -garten und zum Abschluss Fahrt zu einem Café an der Quelle der Schlaube und Kaffeetrinken.

23.05.2014: Eröffnung derFotoaustellung "Wege nach Lebus" Teilnehmer: 20

In Anwesenheit von Vertretern der Gruppe von Fotografen im Heimatverein Lebus wurde die Ausstellung hervorragender Fotos verschiedenster Wege nach Lebus feierlich eröffnet.

01.06.2014: Ausflug nach Altranft zu Mittelalterlichem Markttreiben und Handwerk Teilnehmer: 54

(darunter Kinder und Jugendliche aus 6 dörflichen Kulturhäusern, die es in der Gemeinde Witnica gibt).

Der Eintritt war für die Teilnahme kostenlos, – zum Tausch haben wir den Veranstaltern des Festes ein Konzert "Musik der Welt", dargeboten von Gorzower Künstlern geboten. Die Kinder hatten zusätzlich Gelegenheit, an der interaktiven Ausstellung "Vergessene Kinderspiele und -spielzeuge im polnisch-deutschen Grenzgebiet" teilzunehmen. Das Museum in Altranft ist deutscher Partner einiger Bildungsprojekte des städtischen Kulturhauses Witnica und des Dinosaurierparks in Nowiny Wielki.

21.06.2014 Spaziergang im Oberen Park von Dąbroszyn auf Einladung von Herrn Rał Teilnehmer: 20

Den Spaziergang haben nicht alle Teilnehmer gemacht, weil es zeitweise sehr stark geregnet hat und danach noch sehr nass war. Sie wurden aber entschädigt durch die Gastfreundschaft des Ehepaars Rał, das den Gästen - geschützt unter einem Zelt sitzend - so viel von Frau Rał gebackene Torten anbot, dass sie sie beim besten Willen nicht alle aufessen konnten. Trotz des unfreundlichen Wetters ein gelungener Ausflug mit interessanten Gesprächen. Ein besonderer Dank gilt den Gastgebern. Ein kurzer Besuch am Cecilientempel zeigte, dass noch einiges bis zur Eröffnung zu tun war. Wir haben auch die Krypta und die Kirche (mit renoviertem Turm und Außenanstrich) besichtigt.

24.07.2014: Treffen des Vorstandes und Zbigniew Czarnuchs mit 2 Vertretern der Stiftung Flucht Vertreibung Versöhnung aus Berlin. Die Vertreter der Stiftung suchten Inspirationen für die Gestaltung von Ausstellungen und das Programm der Stiftung, was von dem bedeutenden Renommee unseres Vereins in Deutschland zeugt.

16.08.2014: Sommerfest in Sosny – das traditionelle Familienfest organisieren Joanna Marciniak, die Besitzerin des Gutshauses und die von ihr gegründete Stiftung Sosny zusammen mit dem hiesigen Landfrauenverein. In diesem Jahr hat auch unser Verein das Fest unterstützt. Dank der Mittel aus dem Projekt des Fonds für bürgerliche Initiativen fanden während der Ferienmonate künstlerische Workshops für Kinder und Jugendliche in Sosny statt (Fotografie, Modellieren, Theater), und ihre Wirkung konnte man auch auf dem Fest beobachten. Die Jugendlichen zeigten eine Fotoausstellung "Auf den Vogelflugrouten" und das Theaterstück "Mein kleiner Prinz ". Teilnehmer: 100

30.08.2014: Geburtstag von Pani Jutta Teilnehmer: 140

Von der feierlichen Begrüßung auf der Terrasse vor dem Palast, über ein ausgezeichnetes Klavierkonzert, den Aufstieg zum Cecilientempel, dessen feierliche Einweihung nach erfolgreicher Restaurierung durch Bürgermeister Andrzej Zabłocki (begleitet von der Theatergruppe DRAMA TEAM vom Städtischen Kulturhaus Witnica und den Bläsern der Bogdanicer Oberförsterei) bis zum Mittagessen im Klubhaus mit hervorragenden Wildgerichten und schmackhaftem Kuchen - ein Höhepunkt folgte dem anderen. Pani Jutta im Jagdkostüm - natürlich mit passendem Hütchen.

03.10.2014: Die Eröffnung der Fotoausstellung "Deutschland - mit den Augen polnischer und deutscher Fotografen gesehen" und die Vorstellung des Buches "... aber die Pfade sind noch dieselben - ... ale ścieżki pozostały te same" - Charlottenburg / Sosny in den Erinnerungen von Hilde von Lear und Anne-Margarete von Klitzing wären allein jeweils ein abendfüllendes Programm gewesen. 60 Teilnehmer. Ein bemerkenswertes Klavierkonzert (Prof. Ewa Rubinowska) mit origineller, abwechslungsreicher Musik von Klassik bis Jazz bedeutete einen zusätzlichen Höhepunkt.

Den Tag der deutschen Einheit in einem solchen Rahmen in Witnica in Polen zu verleben, war für die deutschen Gäste sicher etwas Besonderes. Die Fotos der deutschen und polnischen Fotografen waren sehenswert (die Ausstellung ist im ersten Stock der Gelben Villa noch zu sehen). Der Bürgermeister von Witnica und Vereinsvorsitzende begrüßte Dr. Karl Ludwig von Klitzing als Vertreter der Familie Klitzing, die Studenten und Dozenten der Universität Wrocław, die den Text von Hilde von Laer für das Buch übersetzt haben und bedankte sich bei allen Personen, die ihren Beitrag zum Gelingen des Buches geleistet haben. Dr. von Klitzing war sichtlich gerührt, als ihm ein von dem Witnicer Künstler Wiesław Soliński geschnitztes Wappen seiner Familie überreicht wurde.

18.10.2014 : Vorstellung des Buches "... aber die Pfade sind noch dieselben" in Sosny

68 Teilnehmer, darunter sehr viele Kinder, zumeist aus Sosny

Die Veranstaltung bildete den Abschluss des gleichnamigen, durch den Fonds für bürgerliche Initiativen (FIO) mitfinanzierten Projektes, in dessen Rahmen die Publikation des Buches und die Vorhaben der Stiftung Sosny und des Landfrauenvereins in Sosny, insbesondere die Sommerakademie 2014, in bedeutendem Rahmen finanziell unterstützt wurden. Die Organisatoren und Teilnehmer der Sommerakademie erhielten Erinnerungsgeschenke. Die Bewohner von Sosny betrachten das Buch offenbar als besonderes Geschenk für ihr Dorf. Als es zur Übergabe der Bücher kam, bildete sich eine lange Schlange, und die beiden anwesenden Redakteure: G. Aloksa und C. Griefenow-Mewis mussten sich die Finger wundschreiben bei den Widmungen.

05.11.2014: Spaziergang " auf den Spuren der jüdischen Kultur im Vorkriegswitnica" wurde zum Gedenken an den Jahrestag des Judenpogroms "der Kristałlnacht" am 9./10. November 1938 durchgeführt. Teilnehmer: ca. 70

Wir starteten an der Gelben Villa, gingen an die Stelle, wo früher die Synagoge stand, zum Haus von Max Krohn - vor dem von dem jugendlichen Theaterensemble DRAMA TEAM die Inszenierung einer jüdischen Hochzeit zur von J. Kupczyński auf der Klarinette live gespielten Musik dargestellt wurde. Die Trasse führte weiter zum Wohnhaus von Stenger und Bähr, wir beendeten den Spaziergang auf dem jüdischen Friedhof – wo die Inschriften jüdischer Grabplatten verlesen wurden und die Verse der jüdischen Dichterin Mascha Kalëko (Gołda-Malka Engel) in der Interpretation von Ewa Janowicz. Den Spaziergang führte G. Aloksa, unter Beteiligung von Lehrern und Gymnasiasten des Gymnasiums in Bogdańiec. Die Teilnehmer des abendlichen Spaziergangs hoben hervor, dass Geschichte, die in Verbindung mit Häusern und Straßen kennen gelernt wird, bedeutend stärker die Fantasie anregt, Sensibilität vermittelt und gestattet, die komplizierte Geschichte der Stadt besser zu verstehen. Wir denken, dass wir die Tradition der Begegnung mit jüdischer Geschichte fortsetzen sollten, in dem wir sie um neue Elemente bereichern (Vorträge, Ausflüge zu Studienzwecken, an die Schüler der Witnicer Schulen gerichtete Erziehungsmaßnahmen). Wir wollen die Witnicer thematischen Routen auch noch erweitern um eine Route, die der Kultur der Roma gewidmet ist.

22.11.2014 : Vorstellung des Buches "... aber die Pfade sind noch dieselben" / "... ale ścieżki pozostały te same" in Berlin Teilnehmer: ca. 100

(darunter Angehörige unseres Vereins, der Stiftung Sosny, des Landfrauenvereins in Sosny, der Fraueninitiative Berlin-Warschau)

Der Saal des Bürgertreffs im Bahnhofsgebäude von Lichterfelde West platzte aus den Nähten. Die Atmosphäre der Präsentation war sehr warm. Für die bei diesem Treffen anwesenden Töchter von Annema, deren Berliner Freunde, alle bei der Erarbeitung des Buches Beteiligten (auch Studenten der Universität Wrocław) und Gäste aus Sosny, Witnica und Bogdaniec waren das ergreifende Momente.

Die Teilnehmer aus Polen hatten im Programm noch die Besichtigung des Berliner Weihnachtsmarktes und der Glaskuppel des Reichstags. Allgemeiner Eindruck: Nach Berlin muss man öfter fahren.

So sieht das Verzeichnis der Leistungen des Vorstandes unseres Vereins für das Jahr 2014 aus, das wir mit den Vorschlägen für den Arbeitsplan für das Jahr 2015 zur Einschätzung und Diskussion stellen.

Herausforderungen für die Zukunft

Die Situation unseres Vereins kann man – natürlich unter Berücksichtigung aller Proportionen - mit der Europäischen Union und der Integration von Europa vergleichen. Siebzig Jahre friedlichen Zusammenlebens auf fast dem ganzen Kontinent, die Beendigung des Kalten Krieges und eine in der Geschichte nie dagewesene Überwindung von nationalem Egoismus (bis hin zur Abschaffung der staatlichen Währungen zugunsten des EURO), das ist ein zweifellos historischer Erfolg.

Niemals war die europäische Integration jedoch bisher so großen Bedrohungen ausgesetzt. Die EURO-Währung mag –im Hinblick auf die unkontrollierte Krise auf den Finanzmärkten - als Nagel zum Sarg der ganzen staatlichen und Währungsunion erscheinen. In Europa sind in den letzten siebzig Jahren niemals nationalistische, rassistische und rechts- sowie linksextremistische Bewegungen in derartiger Stärke aufgetreten.

In unmittelbarer Nähe der Europäischen Union verbreiten sich jedoch religiöser Fundamentalismus und Barbarei, Nachbarn annektieren ganze Regionen benachbarter Staaten, und die Konflikte werden mit Hilfe von Gewehren, Raketen und Panzern gelöst.

Unser Verein hat hervorragende Errungenschaften, außergewöhnliche Mitglieder und ein großes geistiges und materielles Vermögen (sogar unser Kontostand war noch nie so stattlich). Die Perspektiven für die Zukunft sind jedoch so, dass wir uns die Frage stellen müssen, was zu tun ist, um diese Werte zu bewahren und weiter im Geist der polnisch-deutschen Verständigung und der Annäherung von Polen und Deutschen im Grenzgebiet und darüber hinaus wirksam werden zu können.

Nach dem Machtwechsel in der Gemeinde Witnica müssen wir uns orientieren, ob es möglich sein wird, wie bisher eine gegenseitige Symbiose zu erreichen, in der die Gemeinde den Verein freundlich unterstützt und der Verein zum Nutzen der Gemeinde Witnica wirkt.

Wir werden alle nicht jünger. Notwendig ist die Bewahrung des Wissens, der Erfahrungen und der Werke unserer Mitglieder. Wir müssen Methoden der Fortsetzung über die Jahre bewährter Formen unserer Tätigkeit erarbeiten. Gleichzeitig muss es unser Ziel sein, die jüngere Generation von Polen und Deutschen zu erreichen. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass sich die Umgebung um uns herum dynamisch verändert. Die Entstehung regionaler Zentren an allen Hochschulen der Region und die wachsende Zahl ausgezeichneter Organisationen und Vereine kann eine hervorragende Basis der Zusammenarbeit sein, aber sie kann auch zu einer ernsten Bedrohung für unseren Verein und die Fortsetzung seiner Tätigkeit werden.

Auch das künftige Schicksal der regionalen Sammlungen, die Zbigniew Czarnuch über all die Jahre mit großem Engagement von inzwischen bereits Massen von Personen und juristischen Subjekten aus Polen und Deutschland zusammengetragen hat, weckt unsere Sorge.

Wir danken allen Mitgliedern des Vereins für die Unterstützung und aktive Mitwirkung. Wir laden hiermit zur Diskussion ein.

 

 

 
Rechenschaftsbericht für das Jahr 2013 PDF Drukuj Email

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Deutsch-Polnischer Verein Educatio Pro Europa Viadrina

Geschäfts- und Tätigkeitsbericht des Vereins für 2013

Legt man das Kriterium der Bedeutsamkeit eines Ereignisses zugrunde, so darf man die Veröffentlichung des Sammelbandes „Samozwańcze Konsulaty” [Selbsternannte Konsulate], dessen Redaktion Zbigniew Czarnuch übernommen hatte, sowie drei Veranstaltungen, auf denen wir diese Publikation der Öffentlichkeit vorstellten (eine fand in Witnica, zwei in Gorzów Wlkp. statt), zu den wichtigsten Leistungen der Mitglieder unseres Vereins im vorangegangenen Jahr 2013 rechnen. Der Band stellt – bereichert um einen historischen Essay, zeithistorische Dokumente sowie Presseartikel und einen Anhang mit zahlreichen Fotografien – die Erinnerungen mehrerer Deutscher und Polen vor, so dass eine aus der Perspektive des sich heute vereinenden Europas außerordentlich bedeutsame Dokumentation des Nachkriegskapitels der Geschichte dieser Region, entstand; geschildert werden Beispiele der Aussöhnung und Zusammenarbeit ehemaliger und heutiger Bewohner all jener Häuser, Dörfer und Städte in der Neumark. Das Buch lässt somit den berechtigten Optimismus und die Hoffnung in die Kraft Einzelner und ihrer Überzeugungen aufkommen, summieren sich diese doch zu einer ebenso breiten wie vertieften gesellschaftlichen Debatte, die nicht nur unsere gegenseitige Empathie, sondern gleichsam unseren unbedingten Willen zur Wiedergutmachung erwachsen lassen. Das Vorhaben, das wir über so viele Jahre hinweg vorbereitet hatten, konnte nun endlich - größtenteils aus Fördermitteln der Euroregion „Pro Europa Viadrina“ sowie aus Spenden finanziert werden, die wir von Besuchern der Heimatstube sowie als Gegenleistung von Personen erhielten, die wir mit Freiexemplaren unserer Veröffentlichungen über die Geschichte der Stadt sowie der umliegenden Ortschaften in der Gemeinde Witnica bedenken konnten. Der Sammelband erschien in einer Auflage von 500 Exemplaren; er steht den interessierten Lesern nun in über 50 regionalen und landesweiten Bibliotheken zur Verfügung. Ebenso wurde er eigens an Wissenschaftler, die sich in ihren Forschungen dieser Problematik annehmen, versandt. Autoren, die eine größere Anzahl von Freiexemplaren erhalten hatten, verteilten den Band ebenso in ihren jeweiligen Ortschaften. Selbstverständlich soll an dieser Stelle die Unterstützung der Fa. Arctic Paper nicht unerwähnt bleiben, die unentgeltlich Papier für den Druck unseres Bandes zur Verfügung stellte und die entsprechenden Bögen direkt zur Druckerei lieferte.

Im Rahmen unserer Bemühungen, Fördermittel für den Druck des Sammelbandes zu finden, trafen wir auch auf Absagen. Erst im letzten Moment, kurz vor seiner Veröffentlichung, konnten wir die Entscheidungsträger davon überzeugen, dass dieses Vorhaben gefördert werden sollte, obwohl der Band lediglich in polnischer Sprache erscheinen wird, und dies wiederum eröffnete uns die Möglichkeit, die von uns bereits ausgelegten Mittel zurück zu erhalten. Zwar fand man während der Abrechnung einen unwesentlichen Grund dazu, die Förderung infrage zu stellen, jedoch findet derzeit eine abschließende Klärung des Sachverhalts statt.

Unser zweites, nicht minder bedeutsames Vorhaben betraf den diesjährigen 500. Geburtstag von Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin. Bereits im Jahr zuvor hatten wir das Konzept zu einer wissenschaftlichen Konferenz vorgelegt, zu deren Abschluss ein zweisprachiger Konferenzband veröffentlicht werden sollte; ebenso hatten wir mit der Suche nach Partnern und Referenten beiderseits der Oder begonnen. Die meisten Scherereien bereitete uns dabei die Stadtverwaltung in Kostrzyn (Oder), die uns letztlich ihre Unterstützung versagte. Die letzte Rettung kam dann vom Festungsmuseum, dessen Leiter Ryszard Skauba zusagte, sowohl die Rolle als Veranstalter der Konferenz wie auch als Antragsteller bei der Euroregion zu übernehmen, womit verbunden war, dass das Museum die später rückerstatteten Kosten für die Organisation der Konferenz sowie für die Herausgabe des Bandes zunächst vorstrecken musste. Die Konferenz fand am 21. November statt. Als Referenten konnten wir Dr. Christian Gahlbeck aus Potsdam, Dr. Heinrich Kaak aus Berlin, Dr. Reinhard Schmook aus Bad Freienwalde, Marcin Wichrowski und Józef Piątkowski aus Kostrzyn sowie Błażej Skaziński und Robert Piotrowski aus Gorzów Wlkp. gewinnen. Die Konferenzleitung hatte Zbigniew Czarnuch inne, der auch die Redaktion des Konferenzbandes übernahm. Veranstaltungsort war das Hotel „Bastion“ in Kostrzyn, an der Konferenz nahmen über 40 Personen teil. Das Programm sah ebenso einen Ausflug in die Festung vor, wo die Teilnehmer den restaurierten Sockel des Denkmals von Markgraf Johann bewunderten; dessen seit längerem verschollene Statue selbst später wieder rekonstruiert werden soll. Erste Sponsoren gibt es bereits.

Im Jahre 2013 beging die Witnicer Brauerei ihr 165-jähriges Bestehen. Die Leitung hatte sich an Zbigniew Czarnuch mit der Bitte gewandt, eine Monographie über die Geschichte des Unternehmens zu verfassen. Der Autor legte daraufhin einen reich illustrierten Band unter dem Titel So schmeckt Witnica: eine Geschichte über die Kunst des Bierbrauens, vornehmlich des Brauens Lebuser Biere vor. Damit war zugleich die Gelegenheit verbunden, einige Radio- und TV-Interviews zu geben. Am 28. August wurde ebenso eine Reportage über den Park der Wegweiser aufgenommen.

Im Rahmen der Recherche zu diesem Buch traf der Autor auf einen außergewöhnlich interessanten Text, der die Versuche zur Wiederaufnahme der Sektherstellung im Zielona Góra der Nachkriegszeit schilderte. Er wurde an die Redaktion des „Rocznik Zielonogórski“ [Grünberger Jahrbuch] übergeben.

Die noch im Jahr zuvor veröffentlichte Monographie Zbigniew Czarnuchs über die Geschichte der Dörfer der Gemeinde Witnica mit dem Titel Nad Wartą i wśród lasów. O dawnych i współczesnych mieszkańcach witnickich wsi. An der Warthe inmitten von Wäldern. Eine Geschichte über ehemalige sowie heutige Bewohner der Dörfer in der Gemeinde Witnica wurde zum Wettbewerb Wissenschaftliche Lorbeeren nominiert und erhielt im Februar 2013 den ehrenvollen Titel des besten populärwissenschaftlichen Buches des Lebuser Landes 2012. Eine Nominierung zum gleichen Wettbewerb (für das Jahr 2013) erhielten ebenso unsere diesjährigen Veröffentlichungen Samozwańcze Konsulaty [Selbsternannte Konsulate] sowie die o.g. Monographie über die Brauerei.

Anfang des Berichtsjahres erschien anlässlich der 750-Jahr-Feier von Witnica/Vietz, etwas verspätet, die zweite, vollständig überarbeitete sowie erweiterte Auflage der Jubiläumsausgabe von Zbigniew Czarnuch Witnica na trakcie dziejów. Vietz am Wege der Geschichte. Die Vorstellung des Buches fand am 1. Februar im Veranstaltungssaal des Regionalen Rettungszentrums statt. Wir dürfen diesbezüglich besonders stolz auf unsere Stadtverwaltung sein, die in diesen schwierigen Zeiten mit ca. 150.000 PLN unsere verlegerischen Tätigkeiten unterstützt.

Insoweit hier bereits von Büchern die Rede ist, so sei an dieser Stelle noch eine von uns initiierte Präsentationsveranstaltung in der Wojewodschaftsbibliothek in Gorzów für die von Dr. Christa Kouschil aus Berlin im Selbstverlag erschiene Monographie über Friedrich II. und seine Kolonisiserung an der Warthe mit dem Titel Landesausbau in der Neumark unter Friedrich II. erwähnt. Die Abhandlung entstand auf unsere Inspiration hin, wie die Autorin selbst darin schreibt, die wir seit Jahren zu den von uns veranstalteten Konferenzen einladen.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Euroregion „Pro Europa Viadrina“ entstand auf deutscher Seite die Idee, einen Bildband zu veröffentlichen. Um Unterstützung hierbei wurde auch Zbigniew Czarnuch gebeten, der die Beiträge über die polnischen Partner entsprechend kommentieren sollte. Der Band erscheint in der ersten Jahreshälfte 2014.

Im Potsdamer Verlag des Deutschen Kulturforums östliches Europa erschien 2012 zunächst in polnischer Sprache der Sammelband Wędrówki pomiędzy Odrą a Drawą. Spotkania z Nową Marchią [Streifzüge zwischen Oder und Drage. Begegnungen mit der Neumark], herausgegeben von Paweł Rutkowski; auch Zbigniew Czarnuch verfasste einige Beiträge. 2013 erschien nun die erweiterte deutsche Fassung des Bandes.

Im Heft 20 des Historisch-archivarischen Jahrbuch des Warthegebiets erschienen auf unsere Bemühungen hin zwei Artikel deutscher Autoren. Ein Artikel widmete sich einer zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Groß Kammin durchgeführten landwirtschaftlichen Registrierung, der andere einer Beschreibung des Hochofens in der Vietzer Schmelze. Im selben Heft erschien ebenso der zweite Teil eines Artikels über die Hochwasserereignisse an Warthe und Oder von Zbigniew Czarnuch.

An weiteren Tätigkeiten, die ihrem Charakter nach wissenschaftlichen Betätigungen nahekommen, umfassten u.a. zwei Konferenzbeiträge von Zbigniew Czarnuch. Am 5. Juni 2013 sprach er auf einem Symposium in Międzyrzecz zum Thema Reflexionen des Autors zum Text über die Juden in Vietz, in dem er zur Perzeption eines publizierten Textes seitens der Einwohner von Witnica Bezug nahm. Der Beitrag wird in der Jahresausgabe 2014 des Historisch-archivarischen Jahrbuch des Warthegebiets veröffentlicht werden. Das zweite Referat hielt er anlässlich einer Konferenz des Polnischen Historischen Vereins in Zielona Góra; das Thema seines Vortrags lautete: Der Geschichtslehrer in der Schule als Repräsentant der angewandten Geschichtswissenschaft. Der Beitrag erscheint im Konferenzband, der ebenfalls 2014 herausgegeben werden soll.

Traditionsgemäß veranstalteten wir am 16. November das Autoren- und Verlegertreffen. In diesem Jahr nahmen insgesamt 39 Personen aus Bad Freienwalde, Berlin, Chojna, Szczecin, Dębno, Gorzów Wlkp., Lebus, Kostrzyn, Zielona Góra und Witnica teil.

Ebenso nahmen wir an den Vorhaben unterschiedlichster anderer Projektträger teil.

An den Feierlichkeiten anlässlich des Tages der Erinnerung und Versöhnung am 30. Januar 2013 nahmen neben Kommunalpolitikern und Vertretern der BAG Landsberg (Warthe) auch Krystyna Kamińska, Małgorzata Szymczak und Zbigniew Czarnuch als Repräsentanten unseres Vereins teil.

Am 3. Februar besuchte uns die in Berlin wohnende Krimi-Autorin Elisabeth Herrmann in Witnica auf der Suche nach Themen für ein neues Buch, dessen Handlung u.a. auch in Witnica spielen soll. Nochmals kam sie am 23. Mai nach Witnica, dieses Mal in Begleitung dreier Freundinnen, darunter eine weitere Autorin von Kriminalgeschichten sowie eine Journalistin aus Frankfurt (Main). Sie fragten u.a. danach, welche konkreten Bedingungen (einschließlich des Wetters) 1945 in der Stadt herrschten. Man besuchte die Heimatstube sowie den Park der Wegweiser.

Seit mehreren Jahren nehmen wir regelmäßig an der in Potsdam stattfindenden Messe regional tätiger Vereine teil. Am 24. Februar stellten wir dort die bereits zuvor erwähnte Jubiläumsausgabe unseres Buches Witnica na trakcie dziejów. Vietz am Wege der Geschichte vor. Auf Einladung der Veranstalter hielt Zbigniew Czarnuch einen Vortrag mit Erinnerungen zum Thema Meine Jugend in den Westgebieten.

Am 8. März hießen wir in der Gelben Villa 14 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule in Bogdaniec (einschließlich der 4 sie begleitenden Lehrer) willkommen; im Mittelpunkt ihres Interesses stand die Geschichte der Juden im Landkreis Landsberg (Warthe).

Anlässlich eines abschließenden Treffens zu einem Vorhaben, das der Freundeskreis Witnica e.V. gemeinsam mit seinem Partner aus Lebus umgesetzt hatte (es fand am 14. März in der Gelben Villa statt), schlugen wir erneut vor, des in der Peterskirche unterhalb der Burg beigesetzten Herzogs Mieszko von Lebus auf eine geeignete Art und Weise zu gedenken. Leider trafen wir auch dieses Mal auf kein größeres Interesse.

Am 14. April nahm Zbigniew Czarnuch in Berlin an den Feierlichkeiten anlässlich des 40. Jahrestages der dortigen Deutsch-Polnischen Gesellschaft teil, die ihn vor einigen Jahren erfolgreich, zum Ehrenpreis des Georg-Dehio-Kulturpreises vorgeschlagen hatte.

Am 26. April fand in Siedlisko bei Nowa Sól eine Konferenz statt, die den Titel „Mein? Dein? Unser! Kulturerbe, das verbindet” trug. Sie widmete sich der Problemstellung des kulturellen Erbes in West- und Nordpolen. Unseren Verein vertraten C. Griefenow-Mewis sowie Z. Czarnuch.

Am 1. Mai besuchte uns Zdzisław Gębołyś, Doktorand an der Universität Katowice. In seinen Forschungen beschäftigt er sich mit dem Eigentümer des Gutes Sennewitz-Mühle in Łukęcin bei Massin (heute Mosina), Dr. Paul Ladewig, der u.a. den „Katechismus der Bücherei“ veröffentlichte. Später ließ er uns ein Exemplar dieses in Łukęcin erarbeiteten Katechismus zukommen. An der Thematik interessiert zeigte sich die Regionalabteilung der Zbigniew Herbert-Bibliothek in Gorzów Wlkp.

Am 14. Mai hießen wir einen Förster aus einer der benachbarten Oberförstereien willkommen; er konsultierte uns zur Geschichte des hiesigen Forsts, da man einen Projektantrag für ein Umweltbildungsprojekt einreichen möchte. Im November fanden zwei Treffen mit Förstern aus Witnica und Bogdaniec statt, in dem die Möglichkeiten der Herausgabe eines Bildbandes über die hiesigen Wälder erörtert wurden.

Seit vielen Jahren arbeiten wir mit einem deutschen Verein zusammen, der sich der Pflege und Dokumentation all jener historischen Hinterlassenschaften der Pferdepost, wie u.a. von Meilensteinen, widmet; und nehmen alljährlich an den Treffen dieses Vereins teil. Ein solches Treffen fand im Jahre 2013 vom 13. bis zum 15. September, in Bohmte bei Osnabrück (Niedersachen) statt. Im Rahmen der gleichfalls jährlich veranstalteten Exkursionen nach Polen nahmen Herbert Liman, Olaf Grell und Zbigniew Czarnuch am 12. Mai an einem Studienausflug entlang der Netze teil, um dort den baulichen Zustand der Schleusen sowie der Denkmäler entlang der Nebenstraßen zu überprüfen. Bei dieser Gelegenheit wurde Herbert Liman gebeten, für das Historisch-archivarische Jahrbuch des Warthegebiets einen Artikel über die Schleusen entlang der Netze zu verfassen. In gleicher Besetzung fand am 4. Oktober ein weiterer Studienausflug nach Kalisz statt, wo entlang der Prosna im 19. Jahrhundert die Grenze zwischen Preußen und Russland verlief und wo einige Meilensteine erhalten geblieben sind.

Gegen Ende des Jahres entwickelten wir in Zusammenarbeit mit Heimatforschern aus Bogdaniec den Gedanken, auf dem Gebiet dieser Gemeinde entlang der alten Chaussee, einen Lehrpfad anzulegen, der zunächst den Arbeitstitel Zeichen auf einer Meile des alten Postkurses trägt. Den Hintergrund hierzu bildet der Umstand, dass eben hier – einmalig östlich der Oder – in gerader Linie und vorschriftsmäßigem Abstand voneinander ein Chausseehaus sowie die volle Anzahl der Pfeiler: ein Viertel-, ein Halb- und ein Ganzmeilenstein erhalten blieben. Letzterer Meilenstein bedarf einer Ergänzung um seinen oberen Teil. Der Lehrpfad soll zweisprachig beschildert werden: kleine Schilder geben Auskunft an jedem Objekt, eine große Informationstafel soll am Meilenstein mit dem Posthorn, nahe der Post in Bogdaniec, aufgestellt werden. Am 1. Februar 2014 werden wir in Bogdaniec einen Infoabend für die Einwohner veranstalten. Herbert Liman wird dabei über die Geschichte dieses Weges erzählen, Olaf Grell über die entlang der Chaussee stehenden Meilensteine, und Zbigniew Czarnuch über die wichtigsten, mit dem Weg verbundenen Ereignisse.

Im Jahre 2013 wurde im Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte in Potsdam eine Ausstellung über die Bedeutung der Jagiellonen-Dynastie für Ost- und Mitteleuropa eröffnet. Aus diesem Anlass fand am 16. Mai im Collegium Polonicum in Słubice eine Konferenz statt, in deren Mittelpunkt eben diese Herrscherdynastie stand; unsererseits nahmen Teresa Komorowska, Renate John-Lindner und Zbigniew Czarnuch teil.

Vor zwei Jahren hatten wir Dr. Annekie Joubert, eine deutsch-afrikanische Forscherin, unterstützt, einen Artikel im Historisch-archivarischen Jahrbuch des Warthegebiets zu veröffentlichen; sie erforschte im Rahmen eins DFG-Projekts u.a. Geschichte und Schicksal des aus Zielenzig (Sulęcin) stammenden Pastors und Missionars Carl Hoffmann. Nun bat man uns, die Dreharbeiten eines Kamerateams in Sulęcin organisatorisch zu unterstützen, was freilich geschah. Darauf folgend wurde Zbigniew Czarnuch im Frühjahr 2013 zu einer Vorführung dieses Films in die Botschaft der Republik Südafrika nach Berlin eingeladen, verbunden mit einem Vortrag von A. Joubert sowie einer Ausstellung mit Zeichnungen des Missionars, auf denen er das Leben der Einheimischen, in deren Mitte er gearbeitet hatte, dokumentierte. Zum Vortrag in der Botschaft waren gleichfalls Jutta von der Lancken, Catherine Griefenow-Mewis sowie Anne-Margarete von Klitzing anwesend.

Seit vielen Jahren unterhalten wir aktive Kontakte zu Mitgliedern der Familie von Klitzing, die uns zu ihren Familienfeiern sowie zu Ausflügen auf den Spuren ihrer Familiengeschichte einladen. So begleitete Zbigniew Czarnuch vom 16.-18. Juli 2013 zwei Familienmitglieder (aus Frankfurt (Oder) und Bonn) auf ihrem Ausflug nach Grassee (heute Studnica) bei Drawsko Pomorskie (Dramburg), wo man auf Initiative des dortigen Heimatforschers Zbigniew Mieczkowski den nach 1945 zerstörten Familienfriedhof wiederhergerichtet hatte. Ebenso besuchten wir den berühmten Truppenübungsplatz, was uns wiederum zu dem Gedanken verleitete, in unserem Veranstaltungsplan für das Jahr 2014 auch einen Ausflug unserer Gruppe von Regionalhistorikern in dieses Fleckchen der einstigen Neumark festzuhalten. Darüber hinaus erklärte sich Fritz von Klitzing bereit, für das Jahrbuch… einen Artikel über die Tätigkeiten der Familie von Klitzing in der Neumark zu verfassen; ebenso erhielten Zbigniew Mieczkowski und Zbigniew Czarnuch eine Einladung nach Bonn.

Am 23. Juni 2013 starb auf tragische Weise Anne-Margarete von Klitzing, die seit vielen Jahren Mitglied unseres Vereins war. Das traurige Ereignis nahmen wir zum Anlass, auf dem alljährlichen Sommerfest in Sosny (Charlottenhof), auf Initiative von Joanna Marciniak hin, die hierbei maßgeblich von Grażyna Aloksa unterstützt wurde, eine Foto-Ausstellung im Gedenken an die Verstorbene zu organisieren. Die Ausstellung wurde später auch in Fürstenwalde/Spree gezeigt, wo ein Heft über die Geschichte des Schlosses Charlottenhof vorgestellt wurde, begleitet von einem Vortrag seines Autors, Fritz von Klitzing. An der Veranstaltung nahmen Grażyna Aloksa, Catherine Griefenow-Mewis sowie Zbigniew Czarnuch teil.

Die Trauerfeier fand am 1. August in Berlin statt. Von unserer Seite aus nahmen Grażyna Aloksa, Zbigniew Czarnuch, Catherine Griefenow-Mewis, Zdzisław Linkowski sowie Joanna Marciniak teil. Die Töchter der Verstorbenen baten in der Todesanzeige, die im Berliner Tagesspiegel erschien, darum, von Kranz- und Blumenspenden Abstand zu nehmen und anstelle dessen auf das Konto unseres Vereins Spenden einzuzahlen, die die Aktivitäten unseres Vereins unterstützen. Ihre Summe veranlasste Zbigniew Czarnuch zu der Erklärung, eine zweite, um zwei Texte von Anne-Margerete von Klitzing erweiterte Auflage der von Hilde von Laer verfassten Erinnerungen We dworze Charlottenhof (Originaltitel: Kindheits- und Jugenderinnerungen an Charlottenhof/Sosny) herauszugeben. Daraufhin bot die Fraueninitiative Berlin-Warschau e.V. an, dem Buch eine DVD mit Aufnahmen ihrer Äußerungen beizulegen, und Catherine Griefenow-Mewis schlug vor, das Buch zweisprachig zu veröffentlichen und nicht als zweite Auflage, sondern als eigenständige Publikation zu behandeln. Der Vorstand unseres Vereins kam überein, mit der Umsetzung des Vorhabens eine Arbeitsgruppe unter ihrer Leitung zu beauftragen. Anlässlich der Eröffnung der Foto-Ausstellung in Sosny erklärte Andrzej Zabłocki in seiner Funktion als Bürgermeister, dass die Stadt und Gemeinde die Druckkosten übernimmt.

An dieser Stelle sei uns nun die Gelegenheit gegeben, uns zu erheben und mit einer Schweigeminute Anne-Margarete von Klitzings als Mitglied unseres Vereins seit dem Beginn seines Bestehens zu gedenken.

In Fortsetzung unserer langjährigen Tradition nahmen wir am 31. August in Dąbroszyn an der Geburtstagsfeier von Jutta von der Lancken teil, dem sich Vertreterinnen des hiesigen Landfrauenvereins sowie des Witnicer Kulturhauses anschlossen. Die Anwesenden wurden über den Stand der Restaurierungsarbeiten an Cecilien-Tempel und Chronos-Statue informiert; Bürgermeister Andrzej Zabłocki gab bekannt, dass diese im Juni 2014 abgeschlossen sein sollten. Die Chronos-Statue wurde bereits rekonstruiert und harrt nun ihres fachgerechten Transports von Witnica nach Dąbroszyn. Die Stadtverwaltung gab die Fertigung originaler Keramik-Profile für den Boden sowie der fehlenden Säule in Auftrag. Ebenso kaufte sie Lärchenholz für die Verkleidung des Dachüberstands am Tempel sowie Holz für seine Einrüstung.

Aufgrund von Bemühungen von Gebietskörperschaften des Landes Brandenburg sowie der Wojewodschaft Lebuser Land entschloss man sich nunmehr, die Ostbahn zu revitalisieren und die einzelnen Bahnhöfe und Haltestellen ebenso dazu zu nutzen, die jeweilige nähere Umgebung touristisch zu fördern. Die Landkreise Gorzów und Märkisch-Oderland reichten einen gemeinsamen Antrag auf Förderung aus Mitteln der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit ein und erhielten über 600.000 Euro. Die Polnische Gesellschaft für Fremdenverkehr und Landeskunde Gorzów Wlkp. erstellte ein entsprechendes Konzept für Informationstafeln, die an den Bahnhöfen aufgestellt wurden; unser Verein wurde wiederum um eine diesbezüglich kritische Stellungnahme gebeten.

Anfang September fand in Witnica die feierliche Abschlussveranstaltung des Projekts statt, was die Stadtverwaltung zugleich zum Anlass nahm, einen Teil des Bahnhofsgebäudes zu restaurieren sowie einen Werbeflyer herauszugeben.

Am 27. September nahmen wir an der 700-Jahr-Feier der Stadt Drawno (Neuwedel) teil; das Veranstaltungsprogramm hatte ebenso eine populärwissenschaftliche Konferenz über die Stadtgeschichte vorgesehen. Am 17. Oktober nahmen wir in Berlin an den Feierlichkeiten anlässlich des vom Deutschen Kulturforum östliches Europa verliehenen Georg Dehio-Kulturpreises teil. Den Hauptpreis erhielt die polnische Kunsthistorikern Prof. Dr. habil. Ewa Chojecka, den Ehrenpreis die russische Historikerin Dr. habil. Irina Tscherkasjanowa. Unseren Verein vertrat bei beiden o.g. Veranstaltungen Zbigniew Czarnuch.

Eine Einladung erhielten wir darüber hinaus nach Küstrin-Kietz, wo am 30. November der Verein für die Geschichte Küstrins zum ersten Mal den von ihm gestifteten „Johannes-Preis“ an Dr. Herbert Tamm, gebürtiger Küstriner, verlieh. Am 28. Dezember wurde in der Bibliothek in Cybinka im Rahmen einer Projektabschlussveranstaltung das von Dr. M. Schieche verfasste Buch „Między nowymi, a dawnymi czasy” [Zwischen neuen und vergangenen Zeiten] vorgestellt; unser Verein arbeitet seit Jahren mit dem Autor zusammen. Auch an diesen beiden Veranstaltungen nahm Zbigniew Czarnuch teil.

Studienausflüge

Im Rahmen dieser für uns wichtigen Aktivitäten hatten wir im letzten Jahr insgesamt 9 Exkursionen vorgesehen, die uns zu interessanten Orten auf beiden Seiten der Oder führen sollten. Bis auf den am 27. April geplanten Ausflug in das Schlaubetal (hierzu fanden sich nicht genügend Teilnehmer), konnten wir unser Programm umsetzen.

Und so begaben wir uns am 23. März in die nordöstlichste Ecke der einstigen Neumark zum Schloss nach Świdwin (Schivelbein), wohin Markgraf Johann von Brandenburg-Küstrin die Johanniterkommende aus Chwarszczany (Quartschen) verlegt hatte. Ebenso besuchten wir u.a. Łobez (Labes) und besichtigten dort einen sehr interessanten Heldenhain, d.h. eine besondere Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Leitung des Studienausflugs hatte Zbigniew Miler inne.

Am 4. Mai nutzten wir die in diesem Frühjahr noch sehr schwach ausgebildete Flora und begaben uns nach Kostrzyn, um uns mit den unterschiedlichen Phasen des Ausbaus der ursprünglich im 16. Jahrhundert errichteten Festung vertraut zu machen. So besichtigten wir den Festungsring aus dem 19. sowie die zahlreichen, verstreut gelegenen ober- und unterirdischen Festungsbauten aus dem 20. Jahrhundert. Es leitete Paweł Rychterski.

Gegen Ende desselben Monats begleitete Zbigniew Czarnuch unsere Ausflügler am 25. Mai nach Potsdam, um den auf dem Gelände des DEFA-Filmstudios errichteten Filmpark Potsdam-Babelsberg zu besichtigen. Am 8. Juni zeigte uns Paweł Migdalski aus Chojna die architektonischen Besondererheiten seiner Heimatstadt sowie die aus Feldsteinen errichteten Kirchen in den umliegenden Ortschaften. Danach leitete Zbigniew Miler am 22. Juni einen Ausflug nach Kamień Pomorski sowie nach Wolin, wo wir eine rekonstruierte mittelalterliche Siedlung besichtigten. Dies bot uns zugleich die Gelegenheit, uns mit der Entwicklung der Kirchenverwaltung in der Neumark über die 700 Jahre ihres Bestehens hinweg näher vertraut zu machen.

Am 13. Juli unternahmen wir eine Reise auf den Spuren berühmter Parkanlagen im damals noch geteilten Berlin: zunächst besuchten wir die (1987 angelegten) Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn, dann den Volkspark Hasenheide im „westlichen“ Stadtbezirk Neukölln mit dem Denkmal des Begründers der Turnbewegung „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn. Am 24. August begaben wir uns nach Krzystkowice, um die Ruinen der zur Dynamit-Aktien-Gesellschaft DAG gehörenden Chemiewerke Christianstadt aus den letzten Kriegsjahren, die Kraftwerke in Gorzupia und Dychów sowie die Kirche in Bogaczów zu besichtigen; ebenso nahmen wir am Erntedankfest in Szklarka Radnicka teil. Die Leitung hatte Andrzej Tarczyński übernommen.

Anstelle des am 14. September geplanten Ausflugs in die Niederlausitz besuchten wir am 28. desselben Monats im nördlich von Berlin gelegenen Oranienburg das dortige Schloss von Kurfürst Friedrich Wilhelm, um daran anschließend Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen sowie das Denkmal für die Soldaten der 1. Polnischen Armee sowie den polnischen Ehrenfriedhof in Hohen Neuendorf zu besichtigen. Die Ausflugssaison schlossen wir mit einer Studienreise in das Tal der Santoczna (Zunze) und der Polka (Pulskanal) sowie einem Picknick am Forsthaus nahe Łośno ab; die Organisation oblag Zbigniew Miler sowie Maria und Bogdan Gonta.

An den Studienausflügen nahmen zwischen 5 bis zu 28 Personen teil. Am 5. Dezember trafen wir uns traditionsgemäß in der Bibliothek zu einem Rückblick auf die Saison, organisiert unter der Leitung von Grażyna Kostkiewicz-Górska; auf dem Treffen wurde ebenso das Programm für das Jahr 2014 vereinbart.

Zu Besuch in unserer Heimatstube sowie im Park der Wegweiser hießen wir u.a. folgende touristische Gruppen zu Führungen willkommen:

Am 2. März kamen etwa 50 Personen nach Witnica, die an den Greifenberger Landstreicher-Treffen teilnahmen; ihr Programm sah auch einen Besuch der Brauerei vor. Am 10. Mai begrüßten wir 12 Radsportler aus Berlin, am 15. Mai 40 Mitglieder des Regionalvereins von Krosno Odrzańskie, am 6. Juni ein Ausflug von 50 Deutschen aus Schwedt, und am 20. Juni etwa 40 Personen aus Frankfurt (Oder) und Umgebung. Ebenfalls aus Frankfurt (Oder) kam am 10. September eine 50-köpfige Gruppe unter der Leitung von Michael Kurzwelly, dem berühmten Urheber so namhafter Projekte wie „Słubfurt“ und „Nowa Ameryka“ nach Witnica, im Herbst folgten Gruppen aus Dębno und Gorzów Wlkp.

Auch der Weg von Individualtouristen führte nach Witnica. Der besonderen Erwähnung bedürfen hier die Familie der Tochter des letzten deutschen Brauereibesitzers sowie die und Berlinerin, Frau Pudelko, die in Mosina ein Haus erwarb und sich nun auf die Spuren ihrer Familiengeschichte begibt.

Neuerwerbungen der Heimatstube und des Parks der Wegweiser

Seit vielen Jahren betreut unser Verein die Bestände der Heimatstube.

Auch im Jahre 2013 erweiterten wir unsere Sammlungen, indem wir Schenkungen entgegennahmen und neue Exponate erwarben.

Im Jubiläumsjahr der Brauerei überreichte uns die Geschäftsleitung der Firma so einen eigens zu diesem Anlass gefertigten Krug, einige Bierflaschen für Sammler, eine Gedenkmedaille sowie ein Buch über die Geschichte der Brauerei. Ebenso aus diesem Anlass schenkte uns Kathi Friedrich 4 Glasgefäße mit einer Gravur, Maciej Szyndel einen Bierdeckel aus jener Zeit, als die Brauerei noch zur Bierbrauerei in Zielona Góra gehörte, und das von der Fam. Szuszkiewicz betriebene Geschäft einen Plastikteller für Wechselgeld mit der Aufschrift Browar S.A. Witnica Boss. Darüber hinaus erwarben wir ein kleines Fass mit der Aufschrift Browar Witnica.

Den weiteren Spendern danken wir herzlichst:

- der Familie Reinhardt für die erste Chronik des Hotels Leśne Ustronie;

- Piotr und Lila Kuderski für ein Marmorschild mit der Aufschrift P. Kolbe Staat. Gepr. Dentist aus seinem neuen Haus bei der Brücke in der ul./Str. Rutkowskiego;

- Andrzej Litwiniuk für einen Negativstempel aus Bronze mit der Aufschrift L. Keerger Vietz; er diente zum Einbrennen des Firmenzeichens auf Kästen für Mineralwasser;

- Roman Szybczyński für das auf einem Trödelmarkt in Łódź erworbene Bronzeschild mit der Aufschrift G. Schulz „Stein- u. Bildhauerei“ Vietz Bahnhofstrasse 80 sowie einem im Jugendstil gehaltenen Motiv;

- Robert Piotrowski für eine Druckform aus Metall mit der Adresse Hermann Richard Schulze Arbeiter Vietz Ostbahn Mühenstr. 35 RN 2.10 BV325603;

- der Familie von Leon Stanny, dem Begründer des ersten Handwerksbetriebs (Stellmacherei) im polnischen Witnica, für ein Schild seines Betriebes;

- Zbigniew Czarnuch für ein Porträt des einstigen Bürgermeisters Jan Czarnuch (Holzstich des Malers Jan Żaroffe aus Zakopane), die beiden Bücher „Vietz am Wege der Geschichte. Jubiläumsausgabe...” und „An der Warthe inmitten von Wäldern...” sowie einen im Forst Witnica gefundenen Zinnbecher zum Sammeln von Harz;

- Reinhold Wörzel aus Tamsel für das Foto eines Verwandten seiner Frau; es zeigt eine Werbung des Fotogeschäfts Werner.

Darüber hinaus haben wir zahlreiche neue Exponate erworben, u.a. Anstecker des Turnvereins Balz und der Fleischerinnung Vietz, das Deckblatt einer deutschen Veröffentlichung über den Fremdenverkehr in der Gemeinde mit der Aufschrift Vietz und Umgebung, das Foto eines im Fotogeschäft Werner angestellten Mannes sowie das Typoskript einer an der Front erstellten Zeitschrift, in der ebenfalls Vietz erwähnt wird.

Darüber hinaus konnten wir unsere Postkartensammlung um 28 Exemplare erweitern. Alle Ankäufe finanzierte die Stadt- und Gemeindeverwaltung Witnica.

Ebenso aktiv von der Stadtverwaltung unterstützt setzten wir im Park der Wegweiser die Arbeiten an der Installation „Mühle“ fort, die wir um eine Brücke zum Pavillon hin erweiterten. Die gesamte Installation einschließlich Wasserrad und Wassertoren soll 2014 fertiggestellt werden. In die Werkstatt lieferten wir Glasabfälle aus der Glashütte Wałdowice, die für den Bau der Installation „Glashütte“ Verwendung finden sollen.

Damit schließt der vorliegende Tätigkeits- und Geschäftsbericht unseres Vereins für das Jahr 2013. Es verbleibt lediglich noch eine, an dieser Stelle vorzubringende Angelegenheit. Auf der Vorstandsitzung am 9. September erklärte nämlich Zbigniew Czarnuch, langjähriger stellvertretender Vereinsvorsitzender, seinen Rücktritt. In der Anlage zum Geschäftsbericht nunmehr seine diesbezügliche Erklärung.

Erklärung

Wenn man fast 84 Jahre alt ist und die mit diesem Alter verbundenen Schwierigkeiten im Unterhalten angemessener Kontakte mit der Umgebung einem dann doch immer stärker zuzusetzen beginnen, ist es mithin an der Zeit, den Platz für die nachfolgenden Generationen zu räumen. Dies geschah bereits einige Jahre zuvor mit meiner Funktion als Vorsitzender des Freundeskreises Witnica e.V., und nun ist es ebenso an der Zeit, mich aus dem Vorstand des Deutsch-Polnischen Vereins Educatio „Pro Europa Viadrina“ zurückzuziehen, was auf seiner Sitzung am 9. September 2013 erfolgte.

Ich danke allen Mitgliedern unseres Vereins von ganzem Herzen für das mir in all den Jahren entgegengebrachte Vertrauen sowie die stete Bereitschaft zur aktiven Zusammenarbeit, was schließlich und nicht zuletzt viele Aktivitäten erst ermöglichte, die mir persönlich außerordentlich viel bedeuten und darüber hinaus die Grundlage zahlreichen Ausdrucks der gesellschaftlichen Anerkennung meiner Person gegenüber bildeten. Ganz besonders danke ich den Mitgliedern des Vorstands dafür, dass sie so lange und geduldig meinen autokratischen Arbeitsstil tolerierten, der mithin vom Leitbild der Teamarbeit, wie es in solchen Gremien selbstverständlich sein sollte, abweicht.

Mit meinem Rücktritt von meiner Funktion als Vorstandsmitglied unseres Vereins verbunden ist die Notwendigkeit, einige Änderungen programmatischer Natur vorzunehmen. Ich denke hier vor allem an zwei Punkte unserer Aktivitäten, die eng mit meiner Person verbunden waren: die Organisation unserer Studienausflüge sowie die Autoren- und Verlegertreffen. Beide erfreuen sich einer stets hohen Nachfrage, eben als Vorhaben, die den Bedürfnissen in der Region entgegenkommen. Das Problem besteht darin, dass im Zusammenhang mit meinem Weggang dies nicht nur so bleibt, sondern dass beide der vorgenannten Programmpunkte auch weiterentwickelt werden können.

Nun verhält es sich so, dass ich unter unseren Witnicer Mitgliedern niemanden ausfindig machen konnte, der diese Maßnahmen erfolgreich fortsetzen könnte, dafür aber sehe ich diese Möglichkeiten in Gorzów Wlkp. Ich denke hier vornehmlich an die Leiterin der Regionalabteilung der Stadt- und Wojewodschaftsbibliothek, Frau Grażyna Kostkiewcz-Górska, die seit vielen Jahren an der Umsetzung dieser beiden Punkte unserer Aktivitäten aktiv beteiligt ist. Diesbezüglich habe ich Gespräche mit der Bibliotheksleitung geführt, um die Möglichkeiten einer Fortführung beider Veranstaltungen eben seitens dieser Einrichtung zu erörtern.

Meinem Anliegen wurde stattgegeben. Auch die „betroffenen“ Personen selbst haben meinen Vorschlag mit Verständnis und Zufriedenheit aufgenommen, stammt die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer an unseren Studienausflügen doch eigentlich aus Gorzów Wlkp., und auch die Teilnehmer unserer Autoren- und Verlegertreffen haben bessere Verkehrsanbindungen nach Gorzów als nach Witnica. Darüber hinaus dürfte der „Schutzschirm“ der Bibliothek nicht unwesentlich zur wachsenden Bedeutung beider Vorhaben beitragen können.

Es bleibt noch, für das Problem der Trägerschaft unserer Heimatstube eine Lösung zu finden; bislang gilt sie offiziell als öffentlich zugängliche Privatsammlung, seit einigen Jahren sind wir darum bemüht, sie in kommunale Trägerschaft, zudem als Stadt- und Gemeindemuseum, zu überführen. Diesbezüglich habe ich viele Gespräche mit Bürgermeister Andrzej Zabłocki geführt, auf einer Sitzung des Hauptausschusses der Stadtverordnetenversammlung argumentiert sowie einen Artikel in den Witnickie Wieści z Ratusza [Witnicer Neuigkeiten aus dem Rathaus] veröffentlicht. Ich hoffe sehr, noch jenen Moment erleben zu dürfen, an dem ich auch diesen Teil meiner Aktivitäten in die Hände einer fachkompetenten Person legen kann, die dann ebenso die fachliche Aufsicht über den Park der Wegweiser übernehmen wird. Da der Park freilich im öffentlichen Raum gelegen ist, befand er sich bereits von Anfang an im Eigentum der Stadt und Gemeinde.

Ich danke Ihnen nochmals für die langjährige Zusammenarbeit und bitte um Ihr Verständnis für die von mir getroffene Entscheidung. Natürlich bleibe ich auch weiterhin einfaches Mitglied unseres Vereins, und werde – bis die Stadtverwaltung eine entsprechende Entscheidung getroffen haben wird – ehrenamtlich unsere Heimatstube betreuen.

Zbigniew Czarnuch

 
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